Masters of Data, BI & AI
Podcast für Unternehmer und unternehmerischen Erfolg im Data, BI & KI Umfeld
Masters of Data, BI & AI
Der Friseur, der abends KI programmiert | Timo Wille & Rocky Khan - #34
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
💇 Ein befreundeter Friseursalon-Besitzer ruft Timo Wille an und sagt: Ich muss dir mal was zeigen. Per Screensharing präsentiert er eine App, die er komplett allein gebaut hat — Kunden machen ein Foto, wählen eine Frisur aus, sehen sofort, wie es aussehen würde. DSGVO-konform, mit Lösch- und E-Mail-Funktion. Kein CIO, kein IT-Team. Nur ein Geschäftsführer, der abends nach Feierabend programmiert.
Timo Wille hat Obungi mit seinem Bruder und einem Kindheitsfreund gegründet — der Name stammt aus einem Luganda-Wörterbuch und bedeutet eigentlich "Quantität", auch wenn sie Kunden marketingtechnisch gerne erzählen, es hieße "Qualität". Heute knapp 100 Mitarbeitende, komplett Microsoft-fokussiert, Managed Partner, Partner of the Year 2024.
In der aktuellen Episode von Masters of Data, BI & AI spricht er über den Ursprung dieses ungewöhnlichen Firmennamens, warum sie sich bewusst gegen Multi-Cloud entschieden haben — und wie KI plötzlich Leute zu App-Buildern macht, die vorher nie eine Zeile Code geschrieben haben.
Ein paar Dinge, die hängengeblieben sind:
Zur Namensgeschichte: Kein durchdachtes Brainstorming, keine teure Agentur. Timos Bruder brauchte für eine Universitätsarbeit in Holland einen Firmennamen, ein Wörterbuch lag auf dem Tisch, das Wort klang gut. Vor zwei Jahren fand kaum ein Kunde durch Googlen heraus, was Obungi wirklich bedeutet. Heute reicht eine kurze KI-Suche.
Zur Microsoft-Fokussierung: Kein Trend-Hopping, sondern Kalkül. Bei ihrer Größe ist es unmöglich, gleichzeitig Snowflake-, Databricks- und Fabric-Experten vorzuhalten. Also volle Konzentration auf eine Plattform, dafür wirklich tief. Zehn Jahre ganz ohne direkten Microsoft-Kontakt, bis früher Cloud-Einsatz bei Kunden sie auf Microsofts Radar brachte.
Zum Friseur-Beispiel als Symptombild: Was vor 20 Jahren undenkbar gewesen wäre — ein Geschäftsführer ohne tiefes Coding-Wissen, der abends eine vollwertige, datenschutzkonforme App baut. Timo sieht darin den eigentlichen Wendepunkt: Tools wie Lovable liefern schnelle, funktionierende Prototypen. Aber sobald es um Enterprise-Readiness, Security und Governance geht, kommt am Ende doch der Anruf bei den Experten.
Zur veränderten Kundenerwartung: Früher wollten Kunden einfach nur, dass die Zahlen im Report stimmen. Heute kommt die KI-Anforderung praktisch immer schon von Anfang an mit in den Neukundenworkshop. Nicht mehr die Ausnahme, sondern die Grundannahme.
Zur bewussten Nicht-Vertikalisierung: Während viele Marktbegleiter sich auf einzelne Branchen spezialisieren, geht Obungi den anderen Weg: Daten gibt es überall, also arbeiten sie branchenübergreifend in der ganzen DACH-Region. Das Fachwissen kommt ohnehin meist vom Kunden selbst — die beste Lösung entsteht im Projektteam gemeinsam mit ihm.
Wie seht ihr das — ist branchenübergreifende Flexibilität heute ein echter Vorteil, oder verlieren generalistische Beratungen langfristig gegen die Spezialisten?
LinkedIn Profile
LinkedIn Profile von Timo Wille: https://www.linkedin.com/in/timo-wille/
LinkedIn Profile von Rocky Khan: https://www.linkedin.com/in/khanrocky/
Business Buch
Kein einzelnes Buch diesmal — Timo sagt ehrlich, es sind meistens die Bücher, die er zuletzt gelesen hat. Mit dem Wachstum von Obungi liest er heute vermehrt zu Themen wie Self-Management und Marketing, obwohl ihn technische Themen nach wie vor am meisten faszinieren.
Was haben zwei Brüder und ein Sandkastenfreund und ein Wort aus dem Luganda-Wörterbuch gemeinsam? Einiges. Daraus kann nämlich eine Firma entstehen. Und einer der Co-Founder is heute auch bei mir im Podcast mit dabei. Doch, auch kurz zu dem Cliffhanger. Luganda-Wörterbuch. Daraus hat man das Wort entnommen, Obungi, und Obungi heißt Quantität. Manchmal sagt auch der Co-Founder, nee, das heißt Qualität. Warum? Wer hat er uns gleich verraten? Und was mich natürlich daran sehr fasziniert, ist Kindergarten, Kindergartenfreund, Christopher Jones und Timo Wille, Martin Wille haben zusammen Obungi gegründet. Und die Firma gibt es nach wie vor. Die Firma wurde 2025-2024 hat sie nochmal eine Auszeichnung von Microsoft bekommen, Partner of the Year, glaube ich, war es 2024. Und ich bin der Rocky, ich bin Podcast-Host und rede jede Woche mit Gründern von Data Beratungen, aber auch mit anderen Thoughtleaders über den wahren Impact von KI. Und heute live dazu geschaltet, wirklich aus Forteventura aus der Elternzeit, Timo, einer der Co-Founder. Timo, hi, schön, dass du dabei bist.
SPEAKER_00Hallo Rocky, schön, dass ich dabei sein darf.
SPEAKER_01Ja, wir hatten uns ja auch mal live kennengelernt, Timo. Das war ja noch auf dem Data an Plug, glaube ich, war das gewesen, ne?
SPEAKER_00Genau, in Münster im März, glaube ich, war das. Ja, März oder Mai.
SPEAKER_01Ja, so ungefähr, richtig. Genau. Ich würde jetzt gerne mal damit anfangen, mit dem Icebreaker. Ihr habt ja echt einen ganz besonderen Namen. Also die meisten Beratungen, die haben ja dann doch irgendwo Data vorne stehen oder man kann ungefähr ableiten, was die Firma macht. Und ich habe ja eben gerade auch im OpenA gesagt, euer Firmenname stammt ja aus einem Luganda-Wörterbuch und heißt ja Quantität. Jetzt kannst du mal uns mal ein bisschen abholen, bitte erstmal. Timo, wie viel Scherz steckte damals drin und wie viel Wahrheit steckt heute noch darin?
SPEAKER_00Ja, also der Name kommt tatsächlich, ist nicht so, dass wir uns den, als wir Ubunki gegründet haben, aus dem Wörterbuch ausgesucht haben, sondern mein Bruder hat in Holland studiert und hatte einen Kumpel, mit dem er zusammen einen Paper schreiben musste, wo man einen Firmennamen brauchte. Und da lag ein Wörterbuch auf dem Tisch, in dem man nach einem lustigen Wort gesucht hat. Und daraus ist das entstanden damals. Genau, und als wir dann Ubunki gegründet haben, haben wir lange überlegt, wir wollten keine Sechs-Buchstaben-Abkürzungen haben und haben dann gedacht, Ubuntu klingt ja eigentlich ganz cool, das wäre doch eine gute Option. Genau. Und wir haben strategisch natürlich den Fehler gemacht, wir hätten es eigentlich mit einer Null am Anfang schreiben sollen, damit wir in den Registern und Verzeichnissen und so weiter möglichst weit oben auftauchen. Darum gibt es ja so viele Unternehmen, die mit A anfangen.
SPEAKER_01Apple.
SPEAKER_00Apple oder auch Marktbegleiter, die schon in deinem Podcast waren. Genau, also wir haben das tatsächlich mal getestet. Wenn man eine Null vorne vorschreibt, dann sieht das genauso aus in so einem Verzeichnis. Man taucht aber deutlich weiter oben auf im Register.
SPEAKER_01Spannend, spannend. Ich finde das ja so geil, wie teilweise Namen nennen stehen, Firmennamen stehen. Manche bezahlen ja ganz teure, überteuerte Agenturen sehr, sehr viel Geld. Dann wird dann nochmal monatelang gebrainstormt. Ja, wie sollen wir uns jetzt nennen? Ja, macht das hier Sinn. Und ja, fragt man einfach mal seinen Bruder, ey, was steht denn dein Wörterbuch? Guck mal nach. Dann nehmen wir mal einfach mal Robungi. Also so schnell kann es teilweise passieren.
SPEAKER_00Im Nachhinein passt. Oh, sorry.
SPEAKER_01Nein, sorry, nein, alles gut. Schieß los, alles gut.
SPEAKER_00Im Nachhinein passt es ja auch super gut. Also es steht tatsächlich für Quantität. Marketingtechnisch erzählen wir häufiger mal, dass es für Qualität steht. Aber grundsätzlich, wir beschäftigen uns halt mit großen Datenmengen, also mit quantitativen Datenmengen. Insofern ist das für uns alles sehr passend eigentlich geworden.
SPEAKER_01Wir werden jetzt jetzt nicht eine Folge halten, nur über den Namen, aber trotzdem noch eine letzte Frage habe ich noch dazu. Wenn du sagst, ihr macht marketing technisch ganz bewusst, spielt ihr damit rum und sagt, ja, das heißt ja eigentlich Qualität und wenn da mal wirklich ein Kunde dabei ist, der sich doch ein bisschen auskennt oder die Vorabrecherche gemacht hat oder einfach nur ein Klugscheißer ist und sagt so, nein, das stimmt jetzt nicht, Herr Wille, wie reagierst du denn darauf?
SPEAKER_00Die meisten Leute finden es tatsächlich vorher nicht raus. Also ich glaube, mittlerweile ist es einfacher geworden, durch die Nutzung von KI ist es einfacher, diese Frage geworden, zu einfacher geworden, diese Frage zu beantworten. Sagen wir mal, vor zwei Jahren hat es fast keiner herausgefunden, wofür es steht. Also wurde man, wenn man Neukunden kennengelernt hat, in der Regel gefragt, wo der Name herkommt. Man hätte ja gegoogelt, aber nichts dazu finden können.
SPEAKER_01Verstehe. Ja, also Fun Fact, ich habe natürlich auch Claude im Hintergrund verwendet, um ein bisschen Informationen über euch zu erfahren. Und da habe ich das auch rausgefunden.
SPEAKER_00Es könnte mittlerweile auch auf unserer Webseite stehen, ich bin mir nicht ganz sicher.
SPEAKER_01Ja, das kann sein. Ich mache das ja auch immer. In meinem Prompt habe ich das ja auch verlinkt, dass ihr auch die Website dann scrollt, ein LinkedIn-Profil und damit ich mal so ein bisschen so, erstmal so ein schönes Paper habe und erstmal weiß, ah, okay, darum geht's. Aber was mich mal interessieren würde weiter, Timo, du hast ja dein Studium in Flensburg ja abgeschlossen, hast ja dann mal auch in Siemens gearbeitet vor, laut, zumindest laut LinkedIn, über 20 Jahren, Riesenkonzern, viele Hierarchien, über 300.000 Mitarbeiter. Mich würde mal interessieren, was hast du denn dort gelernt, dass du jetzt bei Obungi bewusst anwendest oder auch nicht wiederholt hast?
SPEAKER_00Naja, also ich habe bei Siemens meine Diplomarbeit geschrieben und war da im Corporate Finance im Treasury-Bereich. Also völlig fremd von dem, wo ich eigentlich herkomme, nämlich ja tatsächlich eher sehr techniklastig. Also ich habe mit 17 angefangen, in einem Computerladen zu arbeiten und da tatsächlich auch programmieren gelernt und so die erste Softwareentwicklung gemacht. Hab dann während des Studiums schon sehr viel, also ich habe Wirtschaftsinformatik studiert, ich weiß nicht, ob du das erwähnt hattest. Also was den Informatikanteil anging, das fiel mir immer sehr leicht. Der BWL-Anteil war dann auch interessant und deswegen bin ich in dem Treasury-Bereich da gelandet und habe mich im Rahmen dieser Diplomarbeit mich mit dem Thema beschäftigt, wie man Prozessautomatisierung in dem Bereich machen konnte. Da geht es halt um Konzernrichtlinien, zu denen Ausnahmen beantragt werden konnten damals und ich glaube, das Tool läuft tatsächlich auch immer noch. Und da habe ich im Endeffekt eine Konzeption geschrieben für diese Software. Das war sehr interessant, sich das mal anzuschauen. Für mich, der aber eher jemand ist, der sehr technisch interessiert auch ist, wäre das vom Fachbereich her nicht unbedingt mein Thema für die Zukunft gewesen, muss ich sagen. Genau, was ich da mitgenommen habe, ich finde es beeindruckend, wie man so ein riesiges Unternehmen steuern kann. Also wie man da in der Geschäftsführung sitzen kann. Und also wir als Gründer und Unternehmer von einem Unternehmen, das ja jetzt auch ein bisschen gewachsen ist, zumindest, da fällt es ja schon schwer, einen Überblick darüber zu behalten, was passiert eigentlich in der einen Ecke oder was macht der andere gerade. Und man hat ja da so ein bisschen Kontrollverlust. Wenn ich jetzt CEO von Siemens werden würde, habe ich ja im Zweifel vielleicht gar keine Ahnung, was die einzelnen Leute so machen. Und das finde ich tatsächlich eine spannende Herausforderung.
SPEAKER_01Also einmal weniger Hierarchien, was du sagst. Also ihr könnt auch schneller auch entscheiden. Aber was waren denn noch so Dinge, wo du gesagt hast, jetzt, jetzt ohne Siemens-Bashing oder Konzern-Bashing, wo du sagst, Mensch, da waren Dinge dabei, Rocky, die habe ich zwar in meinem Projekt da gelernt, aber das ist etwas, wo ich mir beschlossen, wo ich dann beschlossen habe mit meinem Bruder, das wollen wir anders machen.
SPEAKER_00Ja, da würde ich jetzt vielleicht gar nicht aus der Siemens-Zeit so drauf gehen, sondern wir haben ja auch in anderen Unternehmen lustigerweise gleichzeitig gearbeitet. Und da gab es immer wieder Punkte, vielleicht die Art und Weise, wie man Kunden umgeht oder die Qualität oder die Art und Weise, wie man Projekte umsetzt, also mit was für einer Geschwindigkeit und auch technischen Änderungen im Verlauf des Projekts, die wir anders machen wollen würden, oder auch wie man mit Menschen umgeht, vielleicht. Also für uns ist das so ein bisschen die Devise, so wie, ja, ich wünsche mir, dass die Leute mit den Leuten so umgehen, wie ich es auch für mich selber erwarte, dass andere mit mir umgehen. Und das ist mir wichtig oder uns wichtig. Das ist sicherlich eine Lehre, die ich auch aus anderen Unternehmen gezogen habe, in denen wir mal tätig waren.
SPEAKER_01Verstehe, also der gegenseitige Respekt, die gegenseitige Wertschätzung. Okay, verstehe. Was ja auch auf jeden Fall sehr, sehr, sehr, sehr wichtig ist. Jetzt haben wir sehr viel ja auch über, über einmal über Obungi, über den Namen gesprochen, auch so ein bisschen so deine Lessons learned aus deiner Vorvergangenheit. Mich würde mal interessieren, ihr seid ja so jetzt mittlerweile um die 75 Experten und wächst ja auch noch. Okay, und jetzt ist es ja auch so, bei ab so einer Größe wie über 50, 60, dann kannst du ja auch nicht mehr, kennst du auch nicht jeden immer super persönlich. Vielleicht ja. Also wie stellst du, aber mir geht es um den Prozess mehr? Wie stellt ihr sicher, dass jeder neue Mitarbeiter auch wirklich 100% obungi-konform ist?
SPEAKER_00Also wir sind mittlerweile tatsächlich knapp 100, also wir sind kurz vor 100. Sind dieses Jahr auch wieder sehr stark gewachsen, für unsere Verhältnisse zumindest. Und das stellt uns tatsächlich vor Herausforderungen, also mal grundsätzlich das Unternehmen so weiterzuentwickeln, was so Prozesse und Strukturen angeht, dass wir dieses Wachstum auch tragen können. Wir sind da grundsätzlich, glaube ich, auf einem guten Weg, aber es gibt natürlich Herausforderungen, die du mit 20 Leuten nicht hast, die wir jetzt meistern müssen. Sei es so Themen wie, wie kann man sich im Unternehmen weiterentwickeln als Mitarbeiter, aber auch natürlich Themen wie, wie kriegt man strukturiertes Onboarding hin und Learning-Prozesse, sodass Mitarbeiter auch relativ schnell dann in Projekten nutzbar oder eingesetzt werden können. Wir haben einen standardisierten Onboarding-Prozess, der relativ gut ausgearbeitet ist. Wir haben für die unterschiedlichen Rollen entsprechende Lernpfade definiert, wo wir zum Teil auf natürlich Microsoft-Ressourcen zugreifen, aber zum Teil auch auf Drittanbieterlernpfade oder auch auf Trainings und Kurse, die wir dann anbieten. Und auf dem Weg versuchen wir natürlich hinzukriegen, dass jeder Mitarbeiter die entsprechende Zertifizierung für seine Rolle hat, die entsprechende Unternehmensvorgehensmodelle kennt und weiß, wie wir Projekte umsetzen.
SPEAKER_01Verstehe, also ihr habt dann die Qualitätssicherung dadurch geschaffen, dass ihr starke interne Prozesse habt, Ziele habt und ein gutes, wie du gesagt hast, schönes Onboarding-Programm, wo an der neue Kollege dann durchgejagt wird.
SPEAKER_00Genau.
SPEAKER_01Verstehe. Und was mir, ich hatte es ja auch direkt am Anfang eben gesagt, ihr wart ja auch mal Goldpartner, vor knapp zwei Jahren gewesen, Microsoft, habt euch ja auch bewusst für Microsoft entschieden und macht jetzt nicht eine Multi-Vendor-Strategie, also mit VS hatte ich jetzt nichts gesehen. Was ist der Hintergrund, dass ihr gesagt habt, Mensch, wir wollen uns stark auf Microsoft spezialisieren?
SPEAKER_00Also wir waren tatsächlich schon immer so ein bisschen Microsoft-Fanboys, würde ich sagen. Sind, also schon bevor es um Cloud-Plattformen und so weiter ging, also vor 20 Jahren, als wir so mit Softwareentwicklung angefangen haben, haben wir halt Data Warehouses mit SQL Server und der Suite da drum herum gebaut. Wir kamen von einem Unternehmen, alle drei, wo man sehr viele Infrastrukturkomponenten selber entwickelt hat, also wo man am liebsten auch noch das Betriebssystem selber entwickelt hätte. Wir fanden den Ansatz, lieber Standardtechnologie zu nutzen und damit individuelle Lösungen zu implementieren, die unseren Kunden dann Mehrwert bringen, irgendwie attraktiver und waren da, wie gesagt, schon immer recht Microsoft orientiert. Wir sind auch heute rein Microsoft-orientiert, was den Hyperscaler angeht. Also wir machen nur Microsoft Cloud, setzen da aber natürlich dann alles, was in der Microsoft Cloud an Analytics und AI-Produkten zur Verfügung steht, ein. Wir haben das für uns so definiert, weil wir auch sehen, dass es in unserer Größe total schwierig ist, entsprechend in allen Hyperscalern dich auszukennen, die Experten für die unterschiedlichen Themen zu haben. Es ist ja schon schwierig genug, Leute gleichzeitig zu haben, die sich mit Snowflake, Databricks und Fabric auskennen. Und diese Herausforderungen zu meistern. Deswegen sind wir momentan auf jeden Fall sehr fokussiert auf bestimmte Technologien und den einen Hyperscaler.
SPEAKER_01Ja, ich finde das immer super spannend, was der Hintergrund ist. Und ihr seid ja nicht die einzigen Microsoft-Fanboys. In meinem Podcast haben ja auch noch andere Kollegen, Marktbegleiter, wie zum Beispiel Datenpioniere sind auch Microsoft-Fanboys oder der Arthur Daten-WG, der ist ja auch Microsoft-Fanboy, wenn du auf seinen LinkedIn siehst, siehst du es ja sofort. Für mich ist immer so das Warum dahinter. Und wie macht ihr das denn? Also jetzt habe ich hier auch ein paar Marktbegleiter genannt. Was würdest du denn sagen, Timo, wie unterscheidet ihr euch von anderen Top-Partnern? Und vor allem auch wenn Microsoft selbst ja auch teilweise mal in eurem Ziel-Target-Account mal vielleicht sogar auch ein Mitstreiter ist. Wie geht ihr davor?
SPEAKER_00Also wir haben, vielleicht müssen wir vorweg so ein bisschen, wir haben zehn Jahre lang bestimmt, ohne dass wir in irgendeiner Weise direkt mit Microsoft im Austausch waren, sagen wir mal, er hat auch zehn Jahre, wo wir einfach Mitglied im Microsoft Partnernetzwerk waren. Dann sind wir durch einen glücklichen Zufall, weil wir recht früh Kunden hatten, bei denen wir Cloud ausprobiert haben, irgendwo auf ein Radar gekommen bei Microsoft und haben seitdem diesen Managed-Partner-Status. Und was wir für uns gelernt haben, war erstmal alles mitmachen, was sie einem anbieten. Und du musst dich halt strategisch schon auch danach ausrichten, was Microsoft sich überlegt, was eine gute Sache ist. Und wenn du da nicht zu stark von abweichst, dann funktioniert die Zusammenarbeit aus unserer Perspektive sehr gut. Was uns unterscheidet von vielen größeren Partnern vor allem ist sicherlich, dass wir so ein bisschen Schnellboot-mäßig unterwegs sind, also dass wir relativ agil entscheiden können, bei welchen Sachen wir mitmachen und auch relativ kurzfristig sozusagen zur Verfügung stehen, wenn es irgendwie die Möglichkeit gibt, zu helfen.
SPEAKER_01Und wie siehst du denn die Zukunft? Also die Glaskugel hat jetzt ja nicht jeder in der Hand. Also, wo ich jetzt auf dem Data Innovation Summit war in Stockholm, das war auch dieses Jahr gewesen. Und da hat sich auch immer wieder gefragt, okay, Leute, was habt ihr im Einsatz? Da kam dann in der Regel immer Snowflake, Databricks und natürlich auch Microsoft Fabric. Wie sind so deine Einschätzungen? Siehst du so einen gewissen Trend, wo gibt es Plattformverschiebungen? Also ich hatte auch jemanden gehabt, der hat gesagt, Rock, ich sehe großen Trend von SAS weg hin zu anderen Plattformen, auch klar, auch stark Databricks. Siehst du gewisse Trends? Was ist so deine Perspektive, Timo?
SPEAKER_00Ich würde sagen, meine Perspektive ist wahrscheinlich nicht ganz unparteiisch. Insofern kann ich dir, also ich kann dir da was meine Sicht zu sagen, oder unsere Wahrnehmung, genau, ein bisschen bias. Unsere Wahrnehmung ist, es hängt recht stark vom Kundensegment ab momentan. Gerade Mittelständler, kleinere Unternehmen setzen sehr, da haben auch schon sehr früh tatsächlich auf Fabric gesetzt. Selbst als Fabric in der Preview, also in der Public Preview war und wir schon viel Erfahrung eigentlich gesammelt haben, weil wir halt schon auch Zugriff hadten anders and wussten, was this product schon and what nicht. We won't ausprobieren, egal ob das jetzt in der Preview ist oder nicht. Das fanden wir sehr überraschend. Das setzt sich für uns auch sofort, also wir sehen uns viele Mittelständler von alleine auch auf Fabric kommen. Es ist so ein bisschen der native Weg von I have heute eine BI-Lösung on-premise mit einem SQL-Server. Liegt natürlich Fabric näher als Databricks im Zweifel. Hängt ein bisschen von der Unternehmensgröße sicherlich ab und der Lösungsgröße. Was wir natürlich auch sehen, ist, dass bei Databricks ein sehr starker Fokus auch auf das Thema Reporting oder BI liegt, was die Weiterentwicklung der Plattform angeht, was man sicherlich als Konkurrenz zu Power BI positionieren will, weil heute hat man ja diese Better Together Story, du musst eigentlich Power BI als Frontend haben und Databricks für den restlichen Teil. Das wird ein bisschen ausgehebelt auf die Art und Weise. Auf der anderen Seite sehen wir aber auch größere Kunden, die jetzt sagen, wir möchten gern Fabric machen oder teilweise auch von Databricks zu Fabric migrieren. Also es geht in alle Richtungen. Insofern ist es für mich persönlich schwer zu beurteilen, wo die Zukunft hingeht, welche der Plattformen jetzt da das Rennen macht. Ich finde es ehrlich gesagt gut, dass es mehrere Plattformen gibt, da kann der Kunde sich entscheiden und kann von mir aus auch mehrere Migrationsprojekte machen. Solange es in der Microsoft klappt.
SPEAKER_01Das war jetzt richtig als Microsoft-Fanboy, ne?
SPEAKER_00Genau. Nee, also gut für uns ist natürlich, also wir, man muss schon sagen, Snowflake ist jetzt nicht unser Kernthema Databricks und Fabric, ja. Und solange wir das in Azure machen können, sind wir glücklich.
SPEAKER_01Ja, das stimmt. Also das, was du gerade gesagt hast, ist jetzt auch wahrgenommen. Bei Databricks ist ja tatsächlich seit, ich glaube sogar seit diesem Jahr, ja auch im Magic Quadrant für BI-Plattformen ja auch wirklich namentlich genannt worden. Und ich weiß noch, ich war ja auch, bin ja auch ex Data Bricks, vor sechs Jahren, fünf Jahren sah die Welt noch damals anders aus. Da hat man so erste Richtungen mal dahin gewagt, aber jetzt ist ja Databricks ja komplett da, da ja auch ein etablierter Partner.
SPEAKER_00Also ich kann jetzt persönlich nicht beurteilen, wie konkurrenzfähig das momentan tatsächlich zu Power BI ist. Aber zumindest ist das ja das erklärte Ziel, ganz offensichtlich, dass man da die eigene Lösung noch besser positionieren kann.
SPEAKER_01Und zwar mal, wir haben jetzt ja auch gerade viel über Markttechnologie, wir haben jetzt ja auch über bestimmte Technologien gesprochen. Und viele Kunden, die glauben, sie brauchen einfach nur irgendeine neue BI BI-Lösung. Wie reframed ihr das Gespräch, damit sie erkennen, dass sie eigentlich Frage AI Readiness heißt?
SPEAKER_00Ja, das hängt sehr stark vom der Person, die auf der anderen Seite sitzt, ab, muss man sagen. Also häufig, wenn du Kunden hast, die ein konkretes Problem gelöst haben wollen, keine Ahnung, Sales Reporting, Controlling, was auch immer, dann wollen die ja nicht mit dir, zumindest in der Vergangenheit, wollten die nicht mit dir über KI reden, sondern die wollten halt mit dir darüber reden, dass sie jetzt hier einen Report brauchen, wo die Zahlen richtig angezeigt werden und nicht, was man vielleicht zukünftig mit den Daten so machen kann. Heute ist das tendenziell, würde ich sagen, anders getrieben. Also wenn wir so ein Assessment, heißt es bei uns, so ein Neukunden-Workshop machen, wo wir gucken, okay, was hat er für Anforderungen, um welche Themen geht es, welche Technologie macht da Sinn, welche Zielarchitektur empfehlen wir, kommt in der Regel schon direkt das Thema, wir wollen auch KI machen können mit. Insofern ist da nicht mehr diese Notwendigkeit, diese Überzeugung zu schaffen, sondern häufig kommen die Kunden schon von vornherein mit der Anforderung, dass sie die Daten ja auch irgendwie für KI nutzen können wollen. Und dann unterstützen wir da natürlich entsprechend auch dafür haben wir dann ein entsprechendes Angebot, wo wir uns gemeinsam angucken, okay, was genau wollt ihr mit KI machen? Habt ihr da schon andere Use Case? Habt ihr eine Plattform dafür schon im Unternehmen im Einsatz? Und diese Kombination aus Datenplattform und KI-Plattform, das ist dann das, was wir für den Kunden gemeinsam entwickeln.
SPEAKER_01Und wenn wir da jetzt mal so einen Draw-Down machen Richtung KI-Use Cases, kannst du mal so einen Abschluss geben? Was sind so typische KI-Use Cases oder vielleicht Machine Learning Use Cases, die ihr verwendet? Also was ja sehr, sehr beliebt ist, dieses Thema Recommendation Engine oder Predictive Maintenance, das ist, was ich immer wieder höre. Was jetzt auch immer stark kommt, wenn das Wort KI fällt. Copilot oder Allianz hat jetzt ja die große Partnerschaft mit Enthropic. Welche, muss jetzt keine spezifischen kritischen Kundenprojekte nennen, aber kannst du mal so ein Abriss mal sagen, Timo? Das ist so Rocky, was ich so jetzt gerade sehe, ich sehe da so gewissen Trend oder das sind so typische KI-Use Cases, die ich jetzt bei Kundenprojekten ja liebe.
SPEAKER_00Ich glaube, das sind die, die eigentlich jeder schon kennt. Also, es sind diese Standarddinger, Ausschreibungen beantworten, Ausschreibungen überhaupt identifizieren, Kundenbetreuung, also Customer Voice in irgendeiner Form nutzen. Wir haben ein Riesenspektrum. Also es gibt da unterschiedlichste Anwendungsfälle, in denen wir entsprechend tätig sind. Aber was eigentlich immer wieder, nachdem man die ersten kleineren Use Cases sozusagen umgesetzt hat, ist die Feststellung, okay, wenn wir jetzt Hunderte kleiner Use Cases irgendwie umsetzen, wir brauchen irgendwie eine Plattform, auf der wir diese Use Cases dann betreiben können, wo auch die entsprechende Governance vorhanden ist, wo dann jemand auch Kontrolle darüber hat, welche Daten sind denn da überhaupt zugänglich, mit welchen Identitäten wird da gearbeitet, auf welche Daten wird da zugegriffen, wie ist der Zugriff von extern möglich, all diese Dinge, die dann eine Rolle spielen, wenn du halt im großen Stil AI machst. Und das ist ja eigentlich das, was dieser schöne Begriff Frontierfirmen, dass du dich nicht auf einzelne Use Cases nur festlegst, sondern dass du im Endeffekt ja KI im ganzen Unternehmen bereitstellst. Sei es in Form von Co-Pilot als sagen wir mal Endanwender-Tool, aber auch in Form von KI, die in Geschäftsprozessen automatisiert verwendet wird, um im Zweifel Entscheidungen zu treffen oder Angebote zu erstellen oder was auch immer man da so für tolle Möglichkeiten hat, ja.
SPEAKER_01Und wenn wir da jetzt auch nochmal weiterbleiben, jetzt hier, du hast ja gesagt, es sind jetzt nicht die irgendwelchen fancy, ganz neuen News Case, aber du hast ja selbst gesagt, sind die, die man häufig immer wieder hört von Ausschreibungen, also die schon relativ gut bekannt sind, gibt es vielleicht doch irgendwo eine Art Muster, wo du sagst, ja Rocky, das sind so bestimmte Branchen, die sind vorprogrammiert. Also beispielsweise, meine Wahrnehmung, die typischen Data-Driven Companies, so wie Delivery Hero, HelloFresh, deren Kernbusiness ja auf Daten fußt, die sind ja super affin, super offen. Aber wenn man die mal ein bisschen mal ausklammert und vielleicht noch die ganz großen Firmen ausklammert, die riesen BICCs, große Data-Teams haben, ja, das sind so die zwei riesen Muster oder die zwei großen Gruppen. Wenn man die mal ausklammert, gibt es da sonst noch ein anderes Muster oder eine andere Gruppierung, wo du sagst, ja, Rocky, da erkenne ich gerade im Zuge der KI einen neuen Trend. Oder das habe ich vorher in meinen letzten 30, 20 Jahren nicht gesehen. Jetzt sehe ich das aber dank KI, aufgrund der KI.
SPEAKER_00Also was ich, ich habe letztens ein Gespräch mit einem sehr langjährigen Kunden von uns gehabt, der mich angerufen hat und gesagt, Timo, ich muss dir mal was zeigen. Und dann hat er mir per Teams Screensharing gezeigt, dass er in Lovable AI eine App für, also es ist eine Friseurkette, für sein Unternehmen gebaut hat, mehrere Applikationen schon gebaut hat, um die das Unternehmen verwalten zu können, also so Geschäftsprozesse interne abzubilden. Und das letzte, was er gebaut hat, war eine App, mit der die Mitarbeiter im Salon oder Mitarbeitenden im Salon Kundenberatungen machen können. Also die können dann ein Foto machen von der Person und können dann aus einer Auswahl von Frisuren auswählen und dann wird entsprechend diese Frisur da dargestellt. Und das Ganze dann auch mit datenschutzkonform, das hat er alles überprüft. Die Kunden können entsprechend ihre Daten auch löschen. Die kriegen E-Mails mit den Bildern, die generiert wurden und so weiter und können dann im Salon sagen, ja, das ist die Frisur, die ich jetzt gerne hätte. Und das hat er ganz alleine entwickelt. Das finde ich beeindruckend. Also er hat schon technisches Know-how, aber er ist der Geschäftsführer von der Friseurkette, also nicht irgendwie der CIO. Und das macht er abends nach Feierabend. Das ist eine Entwicklung, die ich so in der Vergangenheit noch nicht gesehen habe, dass sich auch Leute, die zwar schon technisches Interesse haben, aber dass nicht so tief gehen, dass sie jetzt selber programmieren würden, auf einmal die Möglichkeiten haben, solche Dinge zu tun. Den müssen wir jetzt erst ein bisschen wieder einfangen, weil der jetzt auch ganz viele Daten aus seiner Datenplattform braucht, die er eigentlich, also so Dinge wie Kundendaten, die sind da ja schon drin, Umsatzdaten und so weiter, die er natürlich auch gerne in diesen Apps verwenden will. Und da kommen natürlich, gibt es ja sowohl bei Databricks als auch bei Fabric die Möglichkeit, da Apps drin zu deployen, mit denen du dann auch entsprechend auf die Datenplattformdaten zugreifen kannst. Da schließt sich sozusagen der Kreis, dass wir da jetzt wieder einen Ansatzpunkt haben, wo wir KI mit Daten oder KI gestützte Lösungen entsprechend mit Daten unterstützen können, die aus der Datenplattform kommen.
SPEAKER_01Das ist mehrere, was ja super faszinierend ist. Also ein Geschäftsführer, das wäre ja vor Timo vor 20, 30 Jahren ja undenkbar gewesen, dass ein Geschäftsführer von der Friseurkette oder vom Friseur, ja, dass er sich abends hinsetzt und mal einfach mal eine customer-friendly app programmiert, wo der Gast, der Kunde, sagen kann, ey, ja, diese Beckham, David Beckham-Frisur will ich gerne mal haben, oder die von Neymar or keine Ahnung, was jetzt gerade wieder hip ist. Das ist Wahnsinn. Und wenn wir es dann weiter schicken, du hast es ja jetzt elegant ja auch gesagt, Timo. Was ich ja immer wieder lese, höre, ist all dieses Ganze mit Lovable oder was da so gibt, Base 44, da gibt es ja, also ich habe das Gefühl, dass jede Woche immer irgendwas Neues aufmacht in dem Segment. Dass das sehr gut ist für einen Prototypen. Also, dass man so eine erste Idee hast, so eine Art MVP. Aber so dieses Production Ready, Enterprise-Fähigkeit, Security, Governance, das sind dann doch immer die Themen, wo man dann zum Hörer greift und sagt, ey, lieber Geschäftsführer OBOMG, wollt ihr mal uns doch nicht mehr helfen? Ist das noch so?
SPEAKER_00Auf jeden Fall, ja. Also das sieht man schon. Ich würde sagen, die Entwicklungszyklen verkürzen sich halt einfach. Also du hast einen sehr gut funktionierenden Prototypen, den du im Zweifel dann auch noch weiterentwickeln kannst oder musst zu einer produktiven Lösung. Aber grundsätzlich brauchst du immer noch Experten, die dann beurteilen können, zumindest heute. Wer weiß, wie es in ein paar Jahren aussieht. Oder also ich meine, auch da werden die Modelle ja immer besser. Im Zweifel brauchst du irgendwann vielleicht keinen. Du brauchst nur noch den Oberexperten, der beurteilen kann, ob das, was die KI sagt, eigentlich Sinn macht oder nicht. Aber heute ist es zumindest noch so, dass die Kunden dann mit diesen vorgefertigten Lösungen oder diesen Prototypen, die sie entwickelt haben, zu uns kommen, ja. Genau.
SPEAKER_01Mich interessiert das, ich fand das ein richtig cooles, greifbares Beispiel, auch sehr relevant, weil irgendwie muss ja jeder irgendwie von uns Haare schneiden, solange er noch keine Katze hat, zum Glück, ja. Konnte dein Kumpel dann, dein Freund, der konnte er dann die Preise zum Beispiel auch deswegen erhöhen oder hat er dadurch jetzt auch durch diesen neuen Ansatz, ja, neue Kunden bekommen, die vorher vielleicht nicht zu ihm gegangen sind? Hat er dazu dir irgendwas gesagt, mich interessiert es einfach nur?
SPEAKER_00Naja, zum einen ist es natürlich, also die Kunden finden es interessant, ich habe es natürlich auch in der Familie dann ausprobiert, also er hat mir einen Link zur Verfügung gestellt, dass wir ein bisschen testen können. Und dann habe ich an meinen Kindern entsprechend Frisuren getestet. Also insgesamt für den Kunden. Ich persönlich finde es ja auch cool, wenn ich zum Friseur gehe, ich bin jetzt komme nicht so häufig zum Friseur und sage, ich hätte gerne mal eine neue, ganz ausgefallene Frisur. Wenn ich mir vorher angucken kann, wie würde es denn ungefähr aussehen, finde ich das als Kunde ja schon interessant. Was für ihn natürlich auch noch interessant ist, ist, dass es eine Lösung ist, die ja theoretisch ja auch anderen Friseuren anbietet.
SPEAKER_01Ja, genau, das wäre jetzt, wir denken gleich, das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen. Würde es nicht Sinn machen, daraus jetzt ein Geschäftsmodell zu machen, zu sagen wie, hey, oder du kannst ja mit ihm ja auch partner und sagen, hör mal zu, wir könnten die auch rein theoretisch, weil das wird jetzt wahrscheinlich keiner aus Leipzig oder aus Hamburg oder aus München jetzt nach Frankfurt wegen eines Grisurs hinfahren. Kann ich mir jetzt nicht vorstellen. Also, keine Ahnung, vielleicht gibt es ja doch irgendwelche Freaks, die das machen würden. Aber eigentlich macht das ja keines sehr schön. Ja, das könnte sein, könnte schon sein, ja. Also, keine Ahnung, wer ist ein bekannter Schrisseur? Es gab ja in Deutschland gibt es ja einen, mir fällt der Name nicht ein, Paul Mitchell oder wie heißt es nochmal Deutscher, der fällt mir jetzt gerade echt nicht ein. Der ist auch super bekannt. Aber egal. Also, gut, das kommt auf den Regisseur drauf an, ist ja auch eher eine Ausnahme, aber grundsätzlich ist das ja eher lokales Geschäft. Das heißt, er könnte ja rein hypothetisch ja ein neues erweitertes Geschäftsfeld auf Daten basiert und App-basiert ja gestalten. Und ihr könntet ja damit partner und sagen wie, hey, wir machen hier, wir können dir ein Paket anbieten.
SPEAKER_00Genau, also im Endeffekt als White-Label das, was er heute selber für sich produziert, dass man das gemeinsam auf den Markt bringt haben. Genau, solche Gedanken macht er sich auch. Also insofern S auch Unternehmer, insofern ist er da interessiert dran, ja.
SPEAKER_01Super. Mich will mal jetzt noch, da wir jetzt gerade beim Thema Kunden sind und wir haben jetzt ja auch gesprochen, wie kann man ein neues Kundengeschäft auch jetzt kreativ gerade mit KI jetzt ausgestalten. Das wäre ja zum Beispiel jetzt eine komplett neue Möglichkeit, anstatt zu warten, bis der Kunde sich meldet und sagt, ey, ich hab da mal ein Problem, ne? Wie habt ihr denn euren Vertrieb, euer Go-to-Market denn ausgestaltet? Du hast mir ja auch heute gesagt, vor dem Call nochmal, ja, Rocky, wir hatten da ganz am Anfang ein Projekt gehabt bei einem gemeinsamen Bekannten oder Kumpel, das war so quasi erstes Projekt, da haben wir auch die erste Rechnung geschrieben und dann fängst du langsam an. Aber wenn du mal so zurückblickst, Timo, wie waren soler Go-to-Markets? Was hat sich denn über die Jahre verändert?
SPEAKER_00Also wir haben, ich würde mal schätzen, so acht bis zehn Jahre einfach über Mund-zu-Mund-Propaganda neue Kunden gewonnen und sind allerdings in der Zeit auch nicht so wahnsinnig groß gewachsen, muss man sagen, sondern haben halt, sagen wir mal, rumgedümpelt ein bisschen. Dann mit dem Einstieg von Thorsten und Olli als zusätzliche Gesellschafter und Geschäftsführer sind wir an einem Punkt gekommen, wo wir gesagt haben, okay, wir wollen jetzt auch ein bisschen aktiver uns mit Wachstum beschäftigen. Und haben dann erstmal selber experimentiert, wie man denn eigentlich Vertrieb macht. Das war eine harte Zeit, würde ich sagen, inklusive Telesales und Klinkenputzen. Interessant zu sehen, haben wir relativ schnell festgestellt, dass das nicht unbedingt das ist, wie wir das in Zukunft machen wollen. Haben dann tatsächlich durch die Partnerschaft auch mit Microsoft, muss man sagen, natürlich auch eine ganze Menge gelernt in dem Bereich und auch dann entsprechend Know-how aufgebaut und auch Ressourcen auf unserer Seite. Und haben uns jetzt in den letzten zwei, drei Jahren intensiver auch damit beschäftigt, wie wir unseren Go-to-Market eigentlich strukturiert gestalten wollen, sodass der auch skaliert. Und da haben wir uns, also das, was wahrscheinlich die meisten machen, wir haben einen Marketing-Bereich, wir haben Sales-Leute, wir haben Account Management und generieren Leads und machen ja, wie wir auch wieder auch gesehen hast, bei der Messe, bei der Data Unplugged. An solchen Events nehmen wir teil, generieren darüber natürlich dann Leads und sind deutlich strukturierter, als wir das vor zehn Jahren sagen.
SPEAKER_01Also es gibt ja die verschiedensten Möglichkeiten, wie du dann das Go-to-Market ausgestaltest. Darüber kann man ja auch wirklich tagemochenlang drüber sprechen. Der eine schwört auf diese Methode, der andere wieder auf diese. Also was ich zum Beispiel wahrgenommen habe, ist, ich sehe schon einen starken Trend Richtung Vertikalisierung. Bedeutet also jetzt nicht nur bei den großen, wie bei den großen Herstellern, die auch natürlich sehr viel Geld im Hintergrund haben, wie Snowflake DataBricks, aber natürlich auch bei anderen Marktbegleitern. Also beispielsweise einer, der Matthias Deling war ja auch bei mir im Podcast gewesen von Anaxima. Und er hat sich zum Beispiel seit lange zwei, drei Dekaden, macht er das schon, hat sich nur auf das Thema FSI spezialisiert, mit sogar großem Schwerpunkt Banken, weil er auch Ex-Commerzbank ist. Ja, und seine Strategie ist auch gut aufgegangen. Denen geht es auch ziemlich gut. Und dann sehe ich auch bei einigen anderen Marktbegleitern auch schon so einen Trend Richtung, hey, das sind unsere Pharma-Leute, unsere Marketingleute. Und dann gibt es auch wieder die anderen, die sagen, nee, wir machen eine Nord-Süd-Aufteilung, Rocky, wir sind noch nicht so groß. Der Kollege Meier macht Norden, Müller macht Süden. Also ich sehe alles noch auf dem Markt. Wie stehst du dazu? Was ist denn so deine Meinung dazu?
SPEAKER_00Also, wir haben keine Vertical-Spezialisierung. Wir sagen, Daten gibt es überall und somit können wir auch für alle Verticals tätig werden. Natürlich hat es Vorteile, wenn du bestimmte Themengebiete schon mal gehört hast und im Zweifel da auch beraten kannst. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass in der Regel die Personen, die in dem Unternehmen beim Kunden sitzen, auch diejenigen sind, die wissen, wie man diese Daten interpretiert. Wo wir dann natürlich auch wieder was draus lernen, aber vor allem in der Kombination Kunde und unser Projektteam, dass sie gemeinsam Lösungen implementieren und gemeinsame Anforderungen definieren und unsere, ja, dadurch eigentlich das Fachwissen mit in die Lösung reinkommt. Insofern haben wir natürlich Vertigs, in denen wir mehr Erfahrung haben als andere, also Logistik, Retail, Energie, tatsächlich auch FSI. Da sind wir heute stärker vertreten. Wir haben aber wie gesagt, wir sagen nicht Manufacturing, wollen wir nichts mit zu tun haben, sondern wir sind auch da aktiv. Wir haben auch in dem Sinne keine territoriale Aufteilung oder sowas, sondern wir machen alles in der Dachregion.
SPEAKER_01Verstanden. Also Fokus Dach, keine Vertikalisierung, aber es gibt schon Branchenwissen oder gewisses Fachwissen schon in gewissen Verticals schon vorhanden. Aber, und du hast ja auch gesagt, ihr nehmt auch andere Aufträge, aber mich würde trotzdem mal hier interessieren, Timo. Gab es mal oder was war denn bei euch so der teuerste Auftrag, den ihr abgelehnt habt, weil ihr gesagt habt, okay, dieser Anspruch, der passt, das wäre kein guter Fit gewesen. Gab es das schon mal?
SPEAKER_00Ja, also es gab zumindest schon mal so Ausschreibungen, beispielsweise, wo wir dann entschieden haben, nicht teilzunehmen, weil wir es für technisch nicht machbar gehalten haben oder inhaltlich nicht interessant fanden, aber dass wir Kunden ablehnen. Also in der Regel die, die bei uns landen, sind meistens schon fit für das, was wir anbieten. Wir haben selten, dass wir einem Kunden sagen müssen, nee, sorry, aber das ist jetzt nicht, passt nicht zu unserem Spektrum. Wir sind recht spezialisiert aufgestellt. Also ich glaube, das wird auch auf unserer Webseite klar und auch in unserem restlichen Öffentlichkeitsauftritt. Und auch wenn wir, wir arbeiten viel gemeinsam mit den Microsoft-Vertriebskollegen, die wissen natürlich auch, was wir können, was wir nicht können. Und wir sagen dann schon relativ deutlich, also keine Ahnung, nehmen wir das Thema Microsoft Purview, ist ja ein sehr breites Thema eigentlich. Wir gucken in der Regel ja eher aus der Brille der Data Governance auf das Thema. Also Data Governance im Rahmen der Datenplattformen, also Datenkatalogisierung. Wenn da jetzt jemand kommt und möchte, dass wir für Exchange Data Exfiltration Protection machen, dann sagen wir von vornheimen, nee, das ist nicht das Purview, mit dem wir uns beschäftigen. Solche Themen gibt es schon. Aber dass wir jetzt grundsätzlich Kunden abgelehnt haben, weil wir sagen, keine Ahnung, das ist uns zu viel Geld, das ist noch nicht passiert.
SPEAKER_01Alles klar, verstehe. Mich würde nochmal interessieren, wenn du nochmal den kleinen Timo vor 20, 25 Jahren mal sehen würdest, also kurz vor der Firmengründung, welchen einen einzigen Satz würdest du ihm da denn mitgeben?
SPEAKER_00Ich würde fast sagen, lass dich treiben. Also, das ist das, was wir zum gewissen Grad auch gemacht haben. Also, wir sind nicht Gründer gewesen, die gesagt haben, boah, wir müssen reich werden und wir müssen irgendwie tausend Mitarbeiter haben, sondern wir haben und machen immer noch das, was uns Spaß macht. Und das ist das, glaube ich, was am wichtigsten ist. Also mach das, was dir Spaß macht. Und wenn du das gut machst, dann bist du auch erfolgreich damit.
SPEAKER_01Das ist, du bist, du kannst sagen, Timo, du bist nicht der Einzige, der sagt, ach, mir fällt der Name nicht ein von dem Kollegen von Cosmo Consulting. Der hat ja auch gesagt, Rocky muss das mal, was Spaß macht. Also so ganz direkt, da hat er gar nicht lange nachgedacht, fällt gerade der Name nicht ein von dem Kollegen. Aber bist nicht der Einzige.
SPEAKER_00Aschauer.
SPEAKER_01Klaus Aschauer, danke dir. Klaus Aschauer.
SPEAKER_00Die Folge habe ich gehört.
SPEAKER_01Ah, die hast du gehört. Ja, super. Genau, der Klaus war das, richtig. Ja, ich fand das auch eine geile Folge mit ihm gewesen. Und du weißt auch, wenn du schon die Folge mit dem Klaus gehörst hast, weißt du auch, was eine meiner letzten Fragen immer ist, welches Businessbuch oder nee, ich lasse das mal, ich skippe das heute mal. Normalerweise schreibe ich das immer standard-Skript-mäßig, aber ich lasse das jetzt mal weg. Mich würde mal interessieren, gab es vielleicht irgendein Buch, was du mal gelesen hast, jetzt vielleicht nicht Businessbuch, aber einen Roman oder etwas ganz anderes, wo du gesagt hast, Mensch, das hat mir die Augen geöffnet oder ich habe jetzt daraus was krasses mitgenommen, was ich sonst nie gemacht hätte.
SPEAKER_00Vielleicht andersrum. Durch die Veränderungen oder das Wachstum unseres Unternehmens und der sich verändernden Aufgaben, die ich habe, beschäftige ich mich heute mit Themen, von denen ich nicht erwartet hätte, dass ich mich mit denen irgendwann mal beschäftigen würde. Also wie gesagt, ich bin eigentlich der, der er aus der technischen Welt kommt und sich immer für Technik interessiert hat oder auch immer noch tut. Heute aber, also ich habe intern sozusagen den Hut auf für den Go-to-Market-Teil und mich dann auch damit beschäftige, wie macht man eigentlich Sales Management, wie macht man Marketingmanagement und mich mit solchen Themen beschäftigen und dazu Bücher lese. Wenn du mich das vor 20 Jahren gefragt hättest, hätte ich gesagt, das interessiert mich jetzt gar nicht so. Heute finde ich das total spannend tatsächlich. Also ich finde immer noch den technischen Anteil und versuche natürlich auch in den Bereichen entsprechend technische Anteile unterzubringen. Den finde ich immer noch am spannendsten, muss ich sagen. Aber auch diese anderen Themen machen mir Spaß, ja. Und dafür, ich könnte jetzt auch nicht ein einzelnes Buch sagen, dass ich irgendwie, das sind immer die, die du zuletzt gelesen hast aus meiner Perspektive. Oder vielleicht was, was dich mal wirklich sehr intensiv beschäftigt hat. Aber das kann ich jetzt so nicht sagen.
SPEAKER_01Okay, verstanden. Dann erstmal vielen Dank, Timo, dass es geklappt hat. Und auch bin auch glücklich, dass das Antibiotikum jetzt auch gewirkt hat bei dir. Er ist ein Running Gag gewonnen zwischen Timo und dir, weil wir wollten jetzt den Podcast schon, ich glaube, letzte oder vorletzte Woche machen, immer wieder jetzt verschoben. Aber ich schätze es sehr, Timo, dass du dir die Zeit direkt aus deiner wohlverdienten Elternzeit aus Forteventura genommen hast und uns auch heute sehr viel aufgeschlüsselt hast, ne, wie man wie aus einem Sandkastenkumpel und einem Bruder, ne? Man kann was Großes schaffen kann mit über 100 Mitarbeitern. Und natürlich, man muss Freude haben in dem, was man macht. Dann auch mal vielen Dank, Timo, und dir noch viel Spaß auf Forteventura.
SPEAKER_00Danke gleich für uns.