Masters of Data, BI & AI

Der Friseur, der abends KI programmiert | Timo Wille & Rocky Khan - #34

Rocky Khan Episode 34

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💇 Ein befreundeter Friseursalon-Besitzer ruft Timo Wille an und sagt: Ich muss dir mal was zeigen. Per Screensharing präsentiert er eine App, die er komplett allein gebaut hat — Kunden machen ein Foto, wählen eine Frisur aus, sehen sofort, wie es aussehen würde. DSGVO-konform, mit Lösch- und E-Mail-Funktion. Kein CIO, kein IT-Team. Nur ein Geschäftsführer, der abends nach Feierabend programmiert.

Timo Wille hat Obungi mit seinem Bruder und einem Kindheitsfreund gegründet — der Name stammt aus einem Luganda-Wörterbuch und bedeutet eigentlich "Quantität", auch wenn sie Kunden marketingtechnisch gerne erzählen, es hieße "Qualität". Heute knapp 100 Mitarbeitende, komplett Microsoft-fokussiert, Managed Partner, Partner of the Year 2024.

In der aktuellen Episode von Masters of Data, BI & AI spricht er über den Ursprung dieses ungewöhnlichen Firmennamens, warum sie sich bewusst gegen Multi-Cloud entschieden haben — und wie KI plötzlich Leute zu App-Buildern macht, die vorher nie eine Zeile Code geschrieben haben.

Ein paar Dinge, die hängengeblieben sind:

Zur Namensgeschichte: Kein durchdachtes Brainstorming, keine teure Agentur. Timos Bruder brauchte für eine Universitätsarbeit in Holland einen Firmennamen, ein Wörterbuch lag auf dem Tisch, das Wort klang gut. Vor zwei Jahren fand kaum ein Kunde durch Googlen heraus, was Obungi wirklich bedeutet. Heute reicht eine kurze KI-Suche.

Zur Microsoft-Fokussierung: Kein Trend-Hopping, sondern Kalkül. Bei ihrer Größe ist es unmöglich, gleichzeitig Snowflake-, Databricks- und Fabric-Experten vorzuhalten. Also volle Konzentration auf eine Plattform, dafür wirklich tief. Zehn Jahre ganz ohne direkten Microsoft-Kontakt, bis früher Cloud-Einsatz bei Kunden sie auf Microsofts Radar brachte.

Zum Friseur-Beispiel als Symptombild: Was vor 20 Jahren undenkbar gewesen wäre — ein Geschäftsführer ohne tiefes Coding-Wissen, der abends eine vollwertige, datenschutzkonforme App baut. Timo sieht darin den eigentlichen Wendepunkt: Tools wie Lovable liefern schnelle, funktionierende Prototypen. Aber sobald es um Enterprise-Readiness, Security und Governance geht, kommt am Ende doch der Anruf bei den Experten.

Zur veränderten Kundenerwartung: Früher wollten Kunden einfach nur, dass die Zahlen im Report stimmen. Heute kommt die KI-Anforderung praktisch immer schon von Anfang an mit in den Neukundenworkshop. Nicht mehr die Ausnahme, sondern die Grundannahme.

Zur bewussten Nicht-Vertikalisierung: Während viele Marktbegleiter sich auf einzelne Branchen spezialisieren, geht Obungi den anderen Weg: Daten gibt es überall, also arbeiten sie branchenübergreifend in der ganzen DACH-Region. Das Fachwissen kommt ohnehin meist vom Kunden selbst — die beste Lösung entsteht im Projektteam gemeinsam mit ihm.

Wie seht ihr das — ist branchenübergreifende Flexibilität heute ein echter Vorteil, oder verlieren generalistische Beratungen langfristig gegen die Spezialisten?

LinkedIn Profile

LinkedIn Profile von Timo Wille: https://www.linkedin.com/in/timo-wille/

LinkedIn Profile von Rocky Khan: https://www.linkedin.com/in/khanrocky/

Business Buch

Kein einzelnes Buch diesmal — Timo sagt ehrlich, es sind meistens die Bücher, die er zuletzt gelesen hat. Mit dem Wachstum von Obungi liest er heute vermehrt zu Themen wie Self-Management und Marketing, obwohl ihn technische Themen nach wie vor am meisten faszinieren.