Masters of Data, BI & AI

Ohne Daten ist alles nichts | Laurenz Kirchner & Rocky Khan - #31

Rocky Khan Episode 31

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67% der Entscheider im DACH-Raum glauben, der aktuelle KI-Investitionsboom endet vor 2030. Nicht weil KI nicht funktioniert — sondern weil viele Unternehmen es nicht schaffen, echten Value zu erzielen.

Laurenz Kirchner hat diese Zahl selbst mitverfasst. Er ist Co-Autor der Studie des Handelsblatt Research Institute zu KI in europäischen Unternehmen, war Architekt, bevor er zu McKinsey ging, hat eine Firma mit aufgebaut, die heute Teil von valantic ist, und führt dort seit Jahren die Data & AI Practice.

In der aktuellen Episode von Masters of Data, BI & AI spricht er über die Studie, echte Führung im KI-Zeitalter — und warum Souveränität nicht dasselbe ist wie Autarkie.

Ein paar Dinge, die hängengeblieben sind:

Zur eigentlichen Bedeutung der 67%:
 Nicht "der Boom endet." Sondern: Zwei Drittel der Befragten sagen ehrlich, dass sie es selbst nicht schaffen, echten Value zu generieren — deshalb erwarten sie, dass Investitionen irgendwann eingedämmt werden. Eine wichtige Unterscheidung, die in der Schlagzeile oft verloren geht.

Zum wichtigsten Erfolgsfaktor laut Studie:
 Data Foundation schlägt alles andere. Laurenz' eigener Satz dazu: Daten sind nicht alles, aber ohne Daten ist alles nichts. Direkt danach folgt Zusammenarbeit über IT und Business Units hinweg — und Enablement der Mitarbeiter, und zwar auf zwei Ebenen: Breitensport (alle wissen, was erlaubt ist) und Spitzensport (Leute lernen, sich selbst kleine Agenten zu bauen).

Zur neuen Führungsrolle:
 82% der Entscheider erwarten, dass Führungskräfte künftig weniger Entscheider sind und mehr Prüfinstanzen über KI-Systeme. Praktisch heißt das: Ein Kollege von Laurenz führt heute zehn Mitarbeiter — und hat drei feste Termine pro Woche für seine Agenten. Genauso wie Mitarbeitergespräche, nur eben mit KI.

Zu Souveränität vs. Autarkie:
 Die Debatte verwechselt beides ständig, sagt Laurenz. Autarkie heißt Abschottung. Souveränität heißt, bewusst zu entscheiden, welche Abhängigkeiten man eingeht — und einen Plan B zu haben, falls man ihn braucht. Europa hat nicht viele Alternativen zu US-Frontier-Modellen, aber durchaus welche, etwa Mistral, gerade für Kunden mit hohen Anforderungen an Datensouveränität.

Zum größten Fehler von KI-Nachzüglern:
 Nicht anfangen. Zu viel Grübeln, zu viel Warten auf das nächste, bessere Modell. Laurenz' Analogie: Er hat vier Marathons gelaufen. Man schafft das nicht im ersten Training — aber ohne zu starten, schafft man es nie. Bei valantic arbeiten sie fast dogmatisch in sechswöchigen "Impact Investments": erst Potenzial identifizieren, dann schnell iterieren, immer mit einem klaren Ziel für das Ende der sechs Wochen.

Wie seht ihr das — ist die größte Hürde bei KI-Adoption wirklich die Technologie, oder ehrlich gesagt einfach die eigene Entscheidungsfreude?

Hier geht es zur Studie:
https://www.valantic.com/de/presse/studie-von-valantic-und-hri-zu-ki-und-digitaler-souveraenitaet/

LinkedIn Profile

LinkedIn Profil von Laurenz Kirchner: https://www.linkedin.com/in/laurenz-kirchner/

LinkedIn Profil von Rocky Khan: https://www.linkedin.com/in/khanrocky/

Business Bücher

The Innovator's Dilemma von Clayton Christensen — Laurenz' Kernbotschaft daraus: keine Angst vor Kannibalisierung. Wer sich selbst nicht kannibalisiert, wird von jemand anderem kannibalisiert.

Third Millennium Thinking von Saul Perlmutter, John Campbell und Robert MacCoun — ein Plädoyer dafür, wissenschaftlich seriös mit Daten und Fakten umzugehen, und zu verstehen, wie sie Entscheidungen beeinflussen (oder eben nicht).