Masters of Data, BI & AI
Podcast für Unternehmer und unternehmerischen Erfolg im Data, BI & KI Umfeld
Masters of Data, BI & AI
On-Premise statt Cloud: Unabhängigkeit durch Open Source | Ferdinand Biere & Rocky Khan -#27
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🎙️ Inmitten des Lockdowns ein Deep-Tech-Unternehmen gründen, das heute sicherheitskritische Infrastrukturen automatisiert? Ferdinand Biere hat genau das getan. Als Gründer und CEO von Metis zeigt er, warum die Zukunft von Enterprise-KI nicht in den US-Clouds liegt, sondern in maximaler digitaler Souveränität.
Ein paar Dinge, die hängengeblieben sind:
Die harte Wahrheit über Open Source im Enterprise:
Qualität setzt sich im B2B-Umfeld selten von alleine durch. Geniale Open-Source-Modelle scheitern oft an den simpelsten Dingen wie einem fehlenden Bezahl-Button (Stripe) oder unvollständigen Enterprise-Features. Wer im Markt gewinnen will, muss die Brücke zwischen Technologie und kommerzieller Reife bauen.
Das Milliarden-Risiko in der Cloud:
Wer sensible Berichte für Gutachter oder Behörden automatisiert, steht vor einer harten Wand namens Datenschutz. Jedes Mal, wenn Daten über US-Schnittstellen laufen, entstehen rechtliche Abhängigkeiten. Die Lösung von Metis: Lokale Modelle, gehostet auf eigenen Servern, um die volle Datenhoheit zurückzuholen.
KI als digitaler Klempner:
Wir lassen Agenten autonom Code schreiben, aber wer räumt den Dreck im Hintergrund auf? Ferdinand vergleicht modernes Engineering mit Klempnerarbeit: Es braucht smarte Systeme, die Lücken schließen, Fehler abfangen und sicherstellen, dass die generierten Lösungen stabil laufen.
Vom Entwickler zum Unternehmer:
Die Reise vom CTO zum CEO ist ein massiver Mindset-Shift. Man muss lernen, das Produkt auch mal stehenzulassen und sich stattdessen radikal um das Go-to-Market zu kümmern. Ferdinand teilt seine Learnings aus der Gründungsphase und erklärt, wie ihn die Prinzipien des schnellen Iterierens aus dem legendären WirVsVirus-Hackathon bis heute prägen.
Ist der Wechsel von proprietären Cloud-Modellen hin zu lokalen On-Premise-Lösungen der einzig logische Schritt für europäische Unternehmen, oder unterschätzen wir die Betriebskosten eigener Infrastrukturen?
LinkedIn Profile von Ferdinand Biere: https://www.linkedin.com/in/ferdinandbiere/
LinkedIn Profile von Rocky Khan: https://www.linkedin.com/in/khanrocky/
Business Book
Principles von Ray Dalio & $100M Leads von Alex Hormozi. Zwei fundamentale Leitfäden, die Ferdinand tief geprägt haben, wenn es darum geht, ein Unternehmen durch radikale Wahrheit, klare Systeme und unbarmherzigen Fokus auf die Markt-Exekution aufzubauen.
Berlin 2020. Pandemie, Lockdown, kein besserer Zeitpunkt, ein KI-Unternehmen zu gründen. Und trotzdem kenne ich jemanden, der es gemacht hat, Ferdinand Biere. Und vielleicht hat es auch genau deswegen gemacht. Und der ist auch übrigens ein Serial Entrepreneur, der hat nicht nur einmal ein Unternehmen gegründet, sondern mehrfach. Und heute ist der Gründer und Geschäftsführer von Deep Metis, das ist eine Berliner KI-Firma. Die machen Customer IE und nicht nur als Nice-to-have, sondern als handwerkliche Notwendigkeit im Healthcare-Bereich, Fintech, Real Estate und überall dort, wo Fehler teuer sind und Compliance keine Ausrede ist. Ich bin der Rocky, ich bin euer Host und ich bin Freund von echten Implementierungen und Feind von Piloten, die nie live gehen. Ferdinand, schönen Abend, guten Abend, schön, dass du heute mit dabei bist.
SPEAKER_01Vielen Dank für die Einladung, Rocky. Freut mich sehr, heute hier bei dir sein zu dürfen.
SPEAKER_00Sehr gerne, Ferdinand. Ferdinand, erzähl uns doch mal, wie kam es das, dass du überhaupt diese Karriere als Unternehmer dich entschieden hast? Und du hast ja mehrfach ja gegründet, da würde mich auch mal interessieren. Du hättest ja auch mehrfach Zeit gehabt, zu sagen, ey komm, lass adieu, keinen Bock auf dieses Unternehmertum, ich mach was ganz anderes. Aber du hast es ja immer wieder gemacht. Was hat dich da angetrieben?
SPEAKER_01Wenn ich es ganz kurz zusammenfassen müsste, würde ich sagen, ich kann einfach nicht anders. Also, ich habe keinen, in keinem Job, wo ich bisher war, war ich länger als ein Jahr jetzt in einem normalen Beschäftigungsverhältnis. Und diese Unternehmergeschichte mache ich halt länger. Also so spannend und so cool auch die Rollen waren, die ich da unselbstständig hatte. Ich finde nichts auch so spannend, so intellektuell fordernd, so schwierig. Das ist wie so wie so ein Kreuzfort Rätsel, wo ich jetzt seit Jahren dran bastel, um das irgendwie hinzubekommen. Und das finde ich einfach sehr, sehr erfüllend. Also es ist ein tiefes persönliches Bedürfnis für mich.
SPEAKER_00Super. Mich würde nochmal interessieren hier am Anfang. Ich habe es dir schön so cinematisch als Cliffhanger dargestellt, 2020 Berlin, ne? Und da hast du ja gegründet, ist ja auch sehr mutig. Mitten in Covid. Kannst du uns mal abholen? Was hat dich damals bewogen, dass du genau da angefangen hast? Also, ich kenne nicht viele, die genau da gegründet haben, aber was war denn so dein Trigger gewesen?
SPEAKER_01Ich war ja während Covid hatte ich so meine erste richtige unternehmerische Erfahrung. Das war dann bei Quarano, da hatten wir eine NGO gegründet über den Wir versus Virus-Hacker von, um Gesundheitsämter zu digitalisieren. Na viel auch so gesehen, was Medienbrüche und sowas angeht, habe ich mit sehr brillanten Menschen zusammenarbeiten dürfen. Und dabei hat sich dann eigentlich für mich herausgestellt, ja, ich will diese, ich will da tiefer rein, ich spring da voll rein. Und mit meinen damaligen Mitgründern gemeinsam, die dann das Thema KI so für mich aufgetan haben, weil das war, ich wollte ursprünglich mal in Cyber Security oder eine normale Softwareentwicklung gehen. War so ein bisschen im Operations Research-Bereich unterwegs und hatte da sehr viel Freude dran. Und dann hat sich halt ergeben, ja, lass doch mal was mit KI machen. Da gibt es so ein sehr unbekanntes Unternehmen zu dem Zeitpunkt in USA, OpenAI. Lass doch mal sowas wie OpenAI aber in Deutschland machen. Das war die ehrlicherweise anfängliche Motivation. Die hatten zu dem Zeitpunkt im Reinforcement Learning Bereich einiges gemacht. Und ja, daraus heraus ist das dann, hat sich dann alles entwickelt. Also zwischenzeitlich haben wir alles Mögliche gemacht. Also von irgendwelchen Webseiten, viel so Business-Process-Automatisierung. Und als es dann mit den Sprachmodellen, mit ChatGPT rauskam, ja, hat man dann irgendwie auch gemerkt, der Bereich, der Bereich hat Zukunft. Was vorher noch sehr schwierig überhaupt zu vermitteln war, was machen wir denn überhaupt, was ist denn überhaupt KI? Mittlerweile sprechen alle darüber.
SPEAKER_00Du bist ja, das kann man ja schon sagen, Ferdinand, auch mehr so techie by Heart. Du liebst es mir. Ja, du stehst dazu. Genau, das war ja auch meine Wahrnehmung und all den Gesprächen, die wir hatten. Und trotzdem bist du ja CEO. Wie lange hat es denn so gedauert bei dir, Ferdinand, bist du aufgehört, hast dich mehr so als reiner Ingenieur zu sehen? Weil gerade als Unternehmer hast du noch ganz viele andere Verpflichtungen.
SPEAKER_01Ursprünglich war ich immer CTO bei Dibetes und bin dann erst in die Rolle so reingewachsen. Ich würde sagen, es hat ungefähr so drei Jahre gedauert, bis ich es eingesehen habe und dann jetzt nochmal zwei, zweieinhalb Jahre, um diese Skillset zu sammeln. Also gefühlt habe ich bis zu dem Zeitpunkt, wo dieser Schalter sich umgelegt hat, hatte ich ja so den Job des Ingenieurs gelernt und habe, war auch, also ich würde behaupten, ein ganz passabler Softwareentwickler zu sein, auch wenn ich jetzt ein bisschen aus der Übung bin. Aber dann diesen Schritt zu machen, okay, ich bin Softwareentwickler, das muss ich aber das Unternehmerhandwerkszeug und Skills zu lernen, das ist eine Journey, die ist definitiv noch nicht abgeschlossen. Und da bin ich gerade mittendrin.
SPEAKER_00Kannst du uns mal abholen? Du hast ja eben gesagt, diesen Schalter, den hast du ja umgeschaltet. Die Frage ist, woher wusstest du das? Also hat jemand auf dich aufmerksam gemacht? Ey, Ferdinand, guck mal, du musst da darauf, das und das sind so bestimmte Punkte. Hast du es im, also ich will verstehen, was war so, wie hast du es gemerkt, wie, okay, hey, was war so dieser Triggerpunkt von diesem Switch gewesen?
SPEAKER_01Eine sehr gute Freundin von mir hat mir die Bücher von Alex Homosi in die Hand gedrückt. Und das war dann für mich so der Triggerpunkt. Aha, ja, da ist mehr dahinter. Aber weißt du, im Studium, so als Softwareentwickler, ja, natürlich. Also diese BWL-Ler, das ist doch, also wir machen ja was Handfestes, wir machen ja was echtes. Und so dieses Mindset musste ich dann erstmal so wieder unlernen, hier, um dann in den anderen Tätigkeitsbereich reinzuspringen. Und das war dann ziemlich graduell. Also, dass so grundsätzlich Personalführungsthemen und so etwas wichtig sind, das hatte ich auch schon vorher gewusst. Aber gerade was jetzt so Glaubenssätze in Richtung Sales und Marketing angeht, das war schon grauslich jetzt in Retrospektive. Performance Marketing im B2B, ja, vergiss es, es kann doch gar nicht funktionieren. Und ja, wenn wir was Gutes bauen, dann werden sie doch kommen, weil die Leute gehen doch immer zur Qualität.
SPEAKER_00Genau, das muss leider eben eben nicht immer so sein, ja. Natürlich gibt es auch Firmen, wo die Qualität sich durchgesetzt hat, aber leider, ich glaube, das ist Hormosi kenne ich natürlich auch. Hast du das Buch 100 Millionen Dollar Leads gelesen? Oder welches war das?
SPEAKER_01100 Millionen Dollar Leads, 100 Millionen Dollar Offers.
SPEAKER_00Genau, das ist ja super bekannt. Und der Marketingbereich ist schon ziemlich bekannt mittlerweile. Also wenn man sich so mit Gründern in der Textszene unterhält, die kennen fast alle mittlerweile Hormosi. Und ich glaube, der hatte das auch wahrscheinlich, dieses Beispiel ja genommen, dass es eben leider nicht immer, dass die Qualität sich immer zwangsläufig durchsetzen muss. Das verstehen eben leider nicht viele. Ich bin übrigens auch vom Hause BWL an. Mich würde noch mal folgendes mal interessieren. Du führst jetzt ja ein KI-Unternehmen und da steht und fällt ja mit der Qualität deiner Leute. Wie erkennst du Bewerber, ob der wirklich versteht, was er tut oder ob er nur gut erzählt, was er getan hat? Sagt dir das Kobayashimaru aus Star Trek was? Oh, das weiß ich jetzt gar nicht mehr. Ich kann auch Star Trek Star Wiss nicht so richtig unterscheiden. Ja, ich weiß nur, da gibt es Obi-Fan Konobi und keine Ahnung. Hol mich mal ab, bitte. Ich weiß es nicht, sag mal bitte.
SPEAKER_01Als Captain Kirk die Starfleet-Akademie beenden muss, da gibt es dieses Kobayashi Maru, also es ist eine unlösbare Aufgabe. Und die im Endeffekt, um zu bestehen, muss man zeigen, wie man sich in einem aussichtslosen Szenario verhält. Gut, Captain Kirk hatte dann gecheatet, das wollen wir jetzt von unseren Bewerberinnen und Bewerberinnen natürlich nicht. Aber die Idee, den Leuten eine Coding-Challenge vorzusetzen, haben wir jetzt, das war jetzt Pre-Coding AI, muss ich dazu sagen. E Coding-Challenge vorzusetzen. Ganz klar mit dem, mach mal so weit, wie du kommst. Einfach zu sehen, wie gehen die Leute vor, wie priorisieren sie, wird dann nur eine Sache perfekt gebaut oder viele Sachen so ein bisschen, dass du halt einen vertikalen Prototypen hast. Also da lernst du sehr viel darüber, wie die Leute denken. Und im Endeffekt, so über alle Rollen hinweg, bin ich eigentlich ein sehr großer Fan davon, intelligente, motivierte Leute mit interessanten Hintergründen einzustellen. Also es muss kein Buchwissen sein. Ich hatte jetzt tatsächlich letzte Woche ein Gespräch mit einem Kollegen und hab ihn gefragt, was hast du eigentlich für eine Ausbildung? Weil ich habe nie gefragt. Der war jetzt über ein halbes Jahr bei uns und ich habe nie gefragt, weil es nicht relevant war. Weil das Skillset ist da. Also ich würde, um die Frage nochmal runterzubrechen, auf eine kurze Antwort, allgemeine Intelligenz. Und das spürst du ja bei den Leuten. Und so der Drive dahinter, also was, wo sie hinwollen. Und halt, gut, Vorerfahrung ist natürlich immer gut. Aber eine intelligente, motivierte Person kriegt Vorerfahrung auch ausgeglichen, wenn du ihnen eine entsprechende Chance gibst.
SPEAKER_00Da stimme ich dir eine Million Prozent zu, Fertighand. Wir hatten mal in einem anderen Podcast durch einen Kunden von mir, mit dem Boris Fischmann, das war die Folge mit Nostad, da sind wir auch da drauf eingegangen, wie wir in Sales die guten Leute finden. Wie kannst du es erkennen? Und da war auch unter anderem auch die Eigenschaft, nämlich Intelligenz. Das hat mir dann auch geprüft, weil ein intelligenter Mensch, der kann ja auch Dinge transferieren. Der sieht hier, okay, so sieht das Modell aus. Und wir haben gesagt, okay, mach das doch mal, bau das doch mal für die Nostad mal auf. Das erkennst du ja, wie geht der vor? Hat der verstanden? Stellt der Fragen oder sagt, macht der, folgt der nur einfach nur blind, ohne Fragen zu stellen. Und eine Sache noch, da würde mich auch deine Meinung mal interessieren. Wie stehst du zu einer natürlicher Neugierde? Weil das war auch ein Punkt, was für uns sauwichtig war. Hundertprozentig.
SPEAKER_01Also, das ist ja eigentlich die meisten Leute, die ich kenne, die im Software-Engineering-Bereich gelandet sind, sind ja von Natur aus neugierig. Also, wenn du dich nicht selber aus intrinsischer Motivation heraus mit neuen Dingen auseinandersetzt, dann bist du eigentlich bei uns in der Industrie falsch, wenn du mich fragst. Es kommt so viel Neues und wenn du da nicht Bock drauf hast, das aufzusaugen wie so ein Schwamm, dann wird es schwierig.
SPEAKER_00Du hast jetzt ja eben gerade ja schon gesagt, dass du so einen gewissen Prozess hast, weil du gibst eine Aufgabe und dann guckst du, okay, wie pircht er sich an die Aufgabe heran, wie geht der? Er macht der es, ne? Und hast du da vielleicht auch ein bestimmtes System, wo du ganz genau guckst, jetzt mal angenommen, du hast jetzt fünf Bewerber, alle wirken irgendwie ähnlich, wonach machst du es dem Ding fest? Wo du sagst, ja, der ist es.
SPEAKER_01Wir haben rollenspezifische Scorecards, wo wir uns mit dem Team hingesetzt haben und überlegt haben, was macht denn eine gute Bewerberin oder einen guten Bewerber aus? Was wollen wir denn eigentlich? Was sind, und wie passen Leute auch ins vorhandene Team? Also dieser Culture-Fit ist uns sehr wichtig. Ich weiß, die Unternehmenskultur ist unser größtes Asset, weil nur mit einer guten Unternehmenskultur können wir die besten Leute anziehen, bei uns zu arbeiten. Und bei uns arbeiten zu wollen, vor allem auch. Weil in vielerlei Hinsicht, klar, bei Mercedes-Benz verdienst du vielleicht besser oder hast bessere Aufstiegschancen oder sonst irgendwas. Aber bei uns macht es halt Bock zu arbeiten und wir wollen auch Leute, mit denen es Bock macht, zu arbeiten. Also dieses Kulturthema ist, sehr wichtig. Das heißt, wir haben mehrere Screening-Interviews. Wenn es jetzt hier Customer-Facing Roles sind, gehen wir mit den Leuten eigentlich auch gerne hier bei uns im Office essen, mit dem Team, dass man einfach so ein bisschen gucken kann, wie ist der Vibe, stimmt der Vibe?
SPEAKER_00Verstanden. Ja, das ist auch ein Thema, das ist auch ein Element, wird häufig unterbewertet oder gar nicht so viel Wert gelegt. Da guckt man ja immer auf vielleicht andere Sachen wie Reputation, der Name, Attitüde und dann kommst du in eine toxische Unternehmenskultur und merkst du dann, okay, hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt. Hast du auf jeden Fall. Jetzt haben wir ja über Recruiting gesprochen. Wie findest du die guten Kandidaten? Ich merke, du hast dein System, ihr geht da nach einem Scorecard vor. Verstanden? Jetzt geht es ja auch darum, die Leute zu halten. Gerade wenn man ja jetzt so eine kleine AI-Boutique ist, ich weiß jetzt nicht, ob du da auch schon strukturierte klassische Karrierepfade hast. Wie hältst du denn die guten Leute?
SPEAKER_01Don't be an ass for. Geht mit den Leuten, hör dir an, was sie haben wollen und was du machen musst, damit es denen gut geht, und dann mach das. Und ich finde Transparenz sehr wichtig, weil durch, wenn du den Leuten transparent entgegentrittst und auf Augenhöhe entgegentritst und einfach menschlich und verwundbar bist, dann wissen die Leute, woran sie sind. Und wenn sie dann gehen wollen, also ich hab, ich sage das jeder Person bei uns im Team, die schon mal drüber nachgedacht hat, zu gehen, hey, ich mach gerne Intros zu anderen Leuten in der Industrie. Ich finde das sinnbildlich gesprochen. Wenn du den Leuten beim Gehen die Tür aufhältst, kommen sie vielleicht wieder. Und wir haben jetzt eine unheimlich niedrige, hier unheimlich hohe Retention. In den fünf Jahren ist einmal eine Person abgeworben worden. Und abgesehen davon, wir sind eigentlich unser gesamtes Original Team immer noch da.
SPEAKER_00Das ist sehr gut. Das klingt, das ist definitiv ein Beweis. Definitiv.
SPEAKER_01Und um die Frage zu beantworten, wie wir an die Leute rankommen, Social Recruiting Funnels. Also damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, beziehungsweise halt so Outreach über das Netzwerk und Listings im KI-Bundesverband.
SPEAKER_00Ja, das ist definitiv sehr stark. Also man sagt ja auch immer, also was ja auch sehr beliebt ist bei vielen Tech-Unternehmen, dass man eher die Mitarbeiter fragt, ey, frag du mal mit einem Netzwerk, weil dann ist die Wahrscheinlichkeit ja auch hoch, dass du die gleichen Typen holst. Also da gibt es ja diesen alten Spruch von Goethe, glaube ich, war das. Zeig mir deine fünf Freunde, ich sag dir, wer du bist. Jetzt haben wir ja über Unternehmertum gesprochen, dein Warum mehrfach, warum du gegründet hast, warum während Covid. Wir haben jetzt auch über Recruiting gesprochen, wie findest du die guten Leute? Wo findest du sie? Wie rekrutierst du sie? Und jetzt kannst du mal über die andere Seite mal sprechen, über die Marktseite, über Go-to-Market und auch mal über Sales oder vielleicht auch ein bisschen über Hormose. Erzähl mal, was ist denn, wie kommt ihr denn an eure Kunden ran? Ich weiß, ihr habt ja schon ein Sales-Team, du machst ja auch Sales, aber was ist so euer Modell, wie ein Kunden rankommt?
SPEAKER_01Also im Endeffekt haben wir ein Funnel über Facebook und Schalten Instagram, machen auch Instagram-Content. Und aus der Kombination heraus haben wir dann eine Leak-Generierung, wo wir dann systematisch qualifizieren bzw. disqualifizieren, um halt nur mit Leuten zu sprechen, wo das für alle Beteiligten Sinn macht. Und haben dann einen strukturierten Prozess von einer Angebotsunterbreitung, was halt entsprechend auch hier quantifizierbar messbar ist.
SPEAKER_00Also viel über Social Media. Gibt es darüber hinaus noch andere Kanäle, worauf du zugreifst? Du hast ja auch am Anfang gesagt, ich glaube, von Cold Coding hältst du, glaube ich, nicht. Ich glaube, das hattest du jeweils gesagt.
SPEAKER_01Ja, genau.
SPEAKER_00Das war gelesen, genau. Richtig, weiß ich. Gibt es noch andere Kanäle, worauf ihr setzt, wie was weiß ich, jetzt zum Beispiel Events, Whitepaper?
SPEAKER_01Konferenzen haben wir in letzter Zeit immer mal wieder ausprobiert und da haben die ganz gute Erfahrungen gemacht. Aber das ist noch zu neu, als dass ich da jetzt wirklich datenbestützt sagen könnte, ja, das ist eine coole Sache oder nicht. Aber so die ersten Indizien sind, dass sich Konferenzen auch für uns lohnen, ja.
SPEAKER_00Was würdest du denn sagen, so im KI-Bereich? Was sind denn so sehr wichtige Top-2 Konferenzen, die jeder, der sich im Data AI-Bereich rumtummelt, sich mal unbedingt anschauen müsste?
SPEAKER_01Das hängt davon ab, was die Zielstellung ist. Ist die Zielstellung, einen Venderkontakt zu haben? Dann würde ich irgendwie auf die GitTags gehen. Also um irgendwie zu sehen, was machen Startups, was sind so Zahlen der Zeit, was sind gerade so die Trends, so Marktbeobachtungen. Wenn es darum geht, jetzt Kunden Akquise zu betreiben, irgendwie Unternehmen zu finden, die Data und AI, also im Market für Data und AI-Services oder Products sind, wie sagen irgendwelche eher regionalen Events, also Dinge, wo der die Kundin bzw. der Kunde hingeht, um sich informieren zu lassen und wo man dann einer von wenigen Dienstleistern ist. Weil bei der GitTech ist es ja genau umgedreht. So alle wollen Tech verkaufen und alle sind Tech. Und so ein Event, vielleicht irgendein Bronzenverband, irgendwas Regionales, wo die Leute halt die Zielkundengruppe angehören, würde ich eher zu sowas hingehen.
SPEAKER_00Verstanden. Können wir mal auch vielleicht über ein paar Use Cases mal sprechen oder Referenzen, worauf du sehr stolz bist. Du hast jetzt ja mehrfach gegründet. Gibt es da vielleicht in deiner Vergangenheit mal ein bestimmtes Projekt, wo du sagst, Rocky, das war technologisch vielleicht eine Challenge, aber der Kunde war sehr glücklich, weil wir folgenden Impact erzeugen konnten.
SPEAKER_01Stolz sind wir natürlich auf alle unsere Projekte. Das muss ich ein bisschen nachdenken, weil wir ja auch im teilweise sicherheitskritischen Umfeld unterwegs sind und deswegen nicht über alle unsere Projekte sprechen dürfen. Generisch gesprochen haben wir im Bereich von so Gutachtern in unterschiedlichen Bereichen sehr, sehr gute Ergebnisse erzielt, wo es jetzt um Berichtsgenerierung geht. Also es sind jetzt mehrere Kunden, die mir da einfallen, wo wir dann ganze Prozessketten um 60% verschlagen konnten. Das ist immer cool. Aber im Endeffekt so die Zahlen, wir machen ja keine Projekte, wo es nicht mindestens zehn Stunden die Woche einspart bei irgendwelchen Mitarbeitenden. Deswegen, das ist so die eine Dimension, die andere ist dann, wenn du bei den Leuten vor Ort im Gebäude stehst und sind dann oft auch kritische Stimmen im Kollegium. Wenn man bei den Leuten, die ursprünglich ganz am Anfang erstmal drüber gesprochen hat, kritisch waren, wenn die dann einen sehen, so nach ein paar Monaten, und die Lösung ist im Einsatz und die sind glücklich damit und die benutzen das aus voller Überzeugung. So diese menschliche Seite, auf die bin ich auch sehr stolz, dass wir da wirklich nachhaltig Veränderungen und nachhaltig Verbesserungen für einzelne Individuen erzeugen können.
SPEAKER_00Das ist auf jeden Fall sehr erfüllend, wenn man sowas schaffen kann. Und jetzt mal die Care-Seite. Jetzt haben, klar, du kannst jetzt nicht über jedes Kundenprojekt sprechen, gerade auch wenn es kritisch ist oder wenn da jetzt keine NDE für die Bekanntbahn ist. Aber was wäre jetzt zum Beispiel jetzt auch vielleicht anonymisiert mal etwas gewesen, was du vielleicht hättest anders gemacht? Sei es jetzt in A in deiner Karriere oder B. Vielleicht bei einem Kunden.
SPEAKER_01Wir werden in 2023 ein paar, also zwei Monate nach dem JetGBT rausgekommen ist, hatten wir Auto-GBT auf den Markt gebracht. Das war so eines der ersten kommerziellen Agentensysteme. War mal, war Ostern so ein Hobbyprojekt, was ich mal gebastelt hatte, dachte ich, kann man doch mal mit rumspielen. Ach komm, dann lass uns das mal online bringen und gucken, was passiert. Da habe ich für ein paar Euro Google-Apps geschaltet und plötzlich waren über Nacht 30 Kunden auf der Plattform. Was ich da in der Situation anders gemacht hätte, man hätte deutlich mehr professionalisieren müssen. Also, was jetzt hey, der andere Marketingfundes etc. angeht. Also, das war so ein Moment, wo ich jetzt in Retrospektive sagen müsste. Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß, was ja auch eine bescheuerte Aussage ist. Und jetzt mal for the sake of the argument, hätte man einen Haufen Sachen anders machen können. Auch wie wir gegründet haben. Wir hatten keine klare Zielgruppe, mit der wir gestartet haben. Wir haben nur gesagt, hey, KI ist irgendwie cool, lass doch mal was damit machen. Was ja irgendwie auch, was ich heute anders machen würde, wenn ich das neues Unternehmen konnte, oder?
SPEAKER_00Jetzt du hier mehrere Sachen gesagt. Kannst du das noch ein bisschen tiefer sagen? Professionalisieren vieles anders machen. Also du hast ja ja 30 Leute innerhalb kurzer Zeit ja anscheinend geonboardet, ist doch erstmal nicht ganz schlecht. Also kannst du ein bisschen mal tiefer hilft.
SPEAKER_01Insgesamt hatten wir knapp über 4000 Kunden mit dem Ding, zwei Monate lang links. Ich war komplett nicht vorbereitet darauf, wie es für kurz sofort nicht machen muss. Ich habe wirklich von morgens bis abends dann nur E-Mails beantwortet, was irgendwie die Stripe-Integration, die ich da gebastelt hatte, die hat meistens funktioniert, aber nicht immer. Das heißt, Account-Provisionierung war ein sehr manueller Prozess, dass man da vielleicht hätte besser machen können. Dann gab es Ad-Fatig, weil ich habe damals dann einfach Google-As geschaltet aufs Keyword GPT, was heute unbezahlbar ist, aber da hat halt noch kaum jemand Google-Ads zu dem Thema geschaltet. Da hätte man deutlich mehr auch über mehrere Kanäle und und und und und machen können. Und auch das ganze Thema Abse. Also ich hatte in der App irgendwo einen kleinen Link drauf. Ey, willst du was Eigenes haben? Dann klick da mal drauf. Und dann bist du auf unserer Webseite gelandet. Und darüber ging dann auch einiges. Aber im Endeffekt hätte man da sehr, sehr viel mehr draus rausholen können aus dieser Opportunity, die auf dem Tisch lag.
SPEAKER_00Ich hatte eben noch was anderes gesagt hier. Das erinnert mich an dem Podcast mit einem anderen Kollegen, einem Frankschenkollegen, der sagte mir zu mir, Rocky, am Anfang haben wir immer gesagt, jedes Projekt ist ein gutes Projekt oder jeder Auftrag ist ein guter Auftrag. Und du hast ja auch gesagt, ey, KI ist so cool, das braucht ja eigentlich jeder. Stichwort ideales Kundenprofil, ICP. Inwiefern du hast oder wann hast du denn gemerkt, wie, hey, eigentlich müssten wir spitzer werden, weil das sagt ja auch im Grunde Harmosi ja auch. Wann hast du es denn bei dir denn gemerkt?
SPEAKER_01Wirklich spitz sind wir ja immer noch nicht. Und ich finde, das ist auch so eine zweiseitige Klinge. Auf der einen Seite, wenn du mega spitz und mega nischig bist, das sagt ja auch alles hier bei Y-Combinator und so, mit dem Solve One Problem for one very particular avatar und idealerweise bist du selber auch noch dieser Avatar, dann kennst du halt das Messaging besser und es macht ja alles einfacher. Das ist ja klar. Wann habe ich das gemerkt? Ich weiß bis heute, dass ich es machen soll, mache ich es. Nein. Weil ich es sehr, sehr schwierig finde, dass in einer, also da sind wir wieder beim Thema Change Management und dass ich diesmal auf der anderen Seite sitze.
SPEAKER_00Ja, das ist ja der Klassiker mit 111, ne? Ein Produkt, eine Lösung, eine Zielgruppe. Und das ist ja auch, weil Romosi hörst du, hört das aber auch ständig in all seinen Büchern immer wieder runtergerattert. Ja. Genau. Wenn wir jetzt mal langsam mal weggehen von dem von dem Sales-Thema. Jetzt haben wir Recruiting gesprochen, Unternehmertum, Recruiting, Sales, wir haben auch über ein paar Kundenprojekte oder über auch über einen Misserfolg gesprochen. Du sagst, du hättest vielleicht da ein paar Dinge bei dem Launch anders gemacht. Wie gehst du denn vor, wenn jetzt zum Beispiel, du hast jetzt ein Projekt und ein CDO oder der Leiter der KI sagt zu dir, du, weißt du was, Ferdinand, wir haben ja jetzt den Rollout von Microsoft Co-Pilot. Eigentlich geht es uns super gut, wir brauchen ja keine Custom-AI-Lösung mehr. Wie würdest du dem begegnen?
SPEAKER_01Also effektiv ist das ja ein Schritt weniger weit im Vergleich zur Custom-Lösung, weil der Unterschied ist ja, habe ich irgendein Werkzeug, was so neben meiner Prozesskette stirbt, oder habe ich KI in meinem Prozess mit drin? Ist ja dasselbe, wenn ich jetzt ein Formular habe. Angenommen, ich habe ein Formular, in dem ich Kundenbestellungen erfasse. Wenn ich das ausgedrückt auch bei mir auf den Tisch zu liegen habe und dann den Postausgangsstapel packe, sind wir uns alle einig, dass das nicht digitalisiert ist. Wenn ich jetzt dasselbe Formular als PDF ausfülle und in irgendeinen Ordner ablege, ist es digitalisierter. Aber im Englischsprachigen gibt es ja eine super Differenzierung. Digitalization und Digitalisation. Das eine beschreibt, dass ich einen analogen Prozess in einem digitalen Medium mache, aber er bleibt ein analoger Prozess. Das Schöne ist, wenn mein Gebäude abbrennt, sind die Daten nicht weg. Aber ich nutze nicht die, sag ich mal, Inherent Benefits von dieser Technologie. Wenn du jetzt allerdings ein CRM benutzt und irgendwie einen Hubspot deiner Bestellung auslöst, dann kannst du da automatisch Bestellbestätigung rausschicken. Irgendwas in der Buchhaltung anlegen. Also den Intelligenzgrad deines Prozesses sieg dann steigern. Und dasselbe ist, wenn ich jetzt Co-Pilot benutze, um meine E-Mail vorzuschreiben, ist es gut und schön. Es bart hier und da mal ein paar Minuten, vielleicht auch mal eine Stunde Zeit, aber es ist jetzt nicht weltbewegend. Und andersrum, wenn ich jetzt eine Prozessstreckensoftware habe, wie bei den Gutachtern, von denen ich erzählt habe, wo ich irgendwie ein paar Klicks mache, ein paar Notizen reinlade und hinten fällt ein fertiger Bericht raus in einer Prozesskette, die direkt wertschöpfen, wo direkt Umsatz auch hinter dicht, dann ist das ein grundsätzlich andere Value Proposition, als hey, mach mal meine E-Mail ein bisschen freundlicher.
SPEAKER_00Wenn wir mal ein bisschen mal Blick auf die Zukunft gehen, also mittlerweile kriegst du ja, also allein, dass man jetzt durch Open Claw Vibecoding und Hass nicht gehört, bist du ja heute in der Lage, sehr schnell selbst Software zu gründen. Also du brauchst ja auch gar nicht mehr unbedingt jetzt ein Team von tausend Developern. Du kannst ja hier selbst sehr viel machen. Das heißt, du wirst, es ist klar, dass wir deutlich mehr KI-Anbieter in den nächsten Jahren oder vielleicht sogar schon in den nächsten Monaten haben werden. Was glaubst du, wer überlebt und warum wird Deep Metis darunter sein unter den Überlebenden?
SPEAKER_01Das sind effektiv drei Gründe. Der erste Punkt ist Cyber Security. Wenn du dir anguckst, wie viele Schwachstellen diesen und mein Lieblingsbeispiel ist immer noch dieser Security Researcher von Google, der sich die ganzen Lovable Apps mal vorgenommen hat in seiner Mittagspause und in den zehn beliebtesten Lovable-Apps überall sicherheitskritische Schwachstellen gefunden hat. Also Vibecoding ist nicht gleich Vibecoding. Wenn jetzt ein ausgebildeter Spezialist, Spezialistin Vibecodet, dann ist das der immense Productivity-Boster. Auf der anderen Seite, so die ganz absurde Quelle jetzt, der Bundessteuerberaterverband hat, äh Steuerberaterkammer, pardon, hat ein Positionspapier rausgebracht zum Thema KI. Und daran haben die einen wunderschönen Satz. Je weiter die Ausgabe von einem Sprachmodell von meiner eigenen Kompetenz ist, desto plausibler klingt es. Und das ist da genau dasselbe. Code, die einzelne Code-Zeile hat nicht mehr den Werk, wie sie vor Jahren hatte. Das zeigt ja auch die Arbeitslosenquote bei den Softwareentwicklern in den USA. Das ist ja jetzt bei 7, 8 oder 9 Prozent oder sowas in der größten Ordnung. Also was vor ein paar Jahren noch genau entgegengesetzt war. Die einzelne Codezeile ist nicht mehr viel wert, aber die Qualitätssicherung, eben weil es so viel mehr Codezeilen sind, ist umso wichtiger. Wie weiß ich, ob das wirklich gut läuft? Wie kann ich das Qualitätssichern? Und ein Trend, der sich abzeichnen wird, wenn du mich fragst, ist, dass vieles von diesen gewipecodeten, man könnte es jetzt böswillig AI-Slot nennen, der jetzt gerade produziert wird, fällt irgendwen in den nächsten Jahren auf die Füße und das muss dann jemand aufräumen. Also so der digitale Klempner, der digitale Hausmeister. Also das ist definitiv ein Trend, den ich sehe. Und was jetzt die ursprüngliche Frage angeht, wie, beziehungsweise wer in dieser Marktlage jetzt immer lieben wird in unserem Branche. Ich finde Compliance sehr wichtig, weil wenn man sich das geopolitische Umfeld anschaut, ist es wichtiger, denn wie auch auf digitale Unabhängigkeit zu achten. Deswegen machen wir sehr viel on-premise. Also lokale Hardware, auf die Open Source Modelle läuft, wo keine Abhängigkeiten bestehen. Und auch Compliance in Hinsicht AI-Act, Regulierung, wie setzen wir das Ganze so ein, dass die KI unsere europäischen Werte auch widerspiegelt und dass man das auch Ependalismus einsetzen kann und darf, ohne grobe Fehler anzugehen. Weil ich meine, verstehe mich nicht falsch. Als nerdet hart ist es natürlich sehr naheliegend, hier Claude, hier sind all meine Daten, mach mal. Wäre ja geil. Die mit dem Werversprechen. Weil den Datenschutz da nicht aus den Augen zu verlassen, dass er auch strafrechtliche Komponenten haben kann, ist halt dabei auch sehr wichtig, gerade in einem Enterprise-Kontext, in einem betrieblichen Kontext. Und das dann nachhaltig zu machen, ohne dir so auf ihn halb einzuspringen. Das ist so die zweite Komponente. Also Qualität und Rechtssicherheit ist so ein blöder Begriff. Aber Rechtssicherheit und Qualität sind die zwei Differenzirmen, Faktoren, wenn du mich fängst.
SPEAKER_00Jetzt hast du, mir wäre verschiedene Faktoren genannt. Einmal klar, der große, viele würden jetzt sagen, der Bremserregulatorik mit EU AI-Act, Datenschutz, Data Privacy und dann jetzt auch aufgrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen auch wieder das Verlangen oder die Nachfrage deutlich mehr nach Self-Hosting on-prem. Also siehst du das eher, diesen Trend, siehst du das eher im Kritis-Bereich? Ich denke mal, das ist ein No-Brainer. Wie sieht es denn im Privatwirtschaftlichen aus? Siehst du da auch schon einen gewissen Trend, dass man sagt, wie, ich weiß jetzt nicht, vielleicht sollten wir auch wieder on-prem oder ist das eher etwas im Public-Bereich?
SPEAKER_01Also Kritis müssen wir nicht drüber sprechen, klar. Privatwirtschaftlich, es hängt immer davon ab. Vielen reicht der Serverstandort Deutschland, was ja auch valide ist. Manch einer will das dann aber doch hier überspitzt formuliert selber im Keller stimmen. Das ist ja auch eine wirtschaftliche Komponente. Also wenn ich jetzt, keine Ahnung, monatlich für 28 Euro pro eine Million Output-Tokens Opus 4.7 bei AWS Bedrock bestelle, dann wird das sehr, sehr schnell ziemlich teuer. Wenn ich jetzt bei Hetzner einen GPU-Server anmiete, ist es nicht mehr ganz so teuer. Also es ist auch eine Abwägung von den Betriebskosten.
SPEAKER_00Verstehe. Mich würde auch mal interessieren bezüglich Technologien. Du hast ja auch gesagt, du gehst ja auf verschiedenen Messen, wie zum Beispiel diese GitHubs. Was werden so für dich so, die Frage stelle ich immer sehr gerne Hidden Gems oder Technologien oder Anbieter, die sehr cool sind oder zukunftsfähig sind, aber die eigentlich jetzt keiner kennt, weil jeder kennt ja die großen, die großen Marken kennt ja jeder. Ja, von OpenAI und Schlagmischod, aber was sind denn so Hidden Champions aus deiner Sicht, Ferdinand?
SPEAKER_01Oh, das ist eine sehr gute Frage. Ich weiß nicht, wie Hidden die sind, seitdem sie mit MX kollaborieren, aber Get My Invoices ist definitiv auf meiner Liste. Was jetzt so Stillstellen und Buchhaltungsautomatisierungen angeht, kann man da wirklich, wirklich gute Sachen mitmachen. Wird das jetzt ausweiten von Anbietern zu allgemeinen Technologien? Das ganze Thema von Named Entity Recognition, also bestimmte Wörter oder Arten von Wörtern aus Texten rauszufiltern, bevor man sie an öffentliche Sprachmodelle schickt. Also so als Filter für personenbezogene Daten. Das ist, glaube ich, etwas, was noch viel, viel weiter verwendet werden wird. Also wir nutzen das eigentlich in fast allen unseren Projekten, weil einfach so ein No-Brainer ist, da Daten rauszuziehen und einfach auch den Datenschutzlayer, auf Benny jetzt hier im Kleindedruck drinsteht, dass nichts verwendet wird, nochmal so eine zusätzliche Schutzebene raufzusetzen, finde ich, ist auch ein sehr sinnvolles Vorgehen. Wenn du mich allgemein nach Markttrends fragst, so was die Technologien sind, wo ich mega dran glaube, was aber noch nicht viel gemacht wird, Background-Agence. Also Open Claw war ja hier der große demonstrative Anwendungsfall. Wenn man sich jetzt anschaut, hier zum Beispiel so ein Premise Agent oder was Stripe da macht mit ihren Agenten-Spermen in der Softwareentwicklung? Ich glaube, davon wird es hier viel mehr noch tun.
SPEAKER_00Okay. Abschließend möchte ich noch eine Sache interessieren, das frage ich immer. Wir haben ja heute ja verschiedene Themen ja gesprochen, sehr, sehr viele Themen. Welches Businessbuch, jetzt bitte nicht mehr Romosi erwähnen, okay, wenn du magst, dann sag es. Welches Business-Buch hat dich am meisten inspiriert fertig?
SPEAKER_01Principal. Warum? Die systematische Art und Weise, wie er über Entscheidungsfindung und Teamsteuerung und Teamkultur spricht, hat vielleicht gibt es andere Bücher, die da mehr detailliert oder besser drüber sprechen. Aber das war das Buch, was zu dem Zeitpunkt, als ich es gelesen habe, glaube ich, den größten Impact auf mich hatte im Vergleich zu allen anderen Büchern, die ich davor und danach lesen.
SPEAKER_00Alles klar. Dann letzt mal vielen Dank, Ferdinand, für das Gespräch heute, für deine Perspektive. Und für alle, die unsicher sind, ob man bei einem exogenen Schock in einer Rezession ein Unternehmen gründen sollte. Also es gibt sehr positive Beispiele, wo man das machen kann. Heute haben wir mit einem sehr positiven Beispiel gesprochen. Und Ferdinand, wie kann man dich denn erreichen? Du sagst ja, du hast mir ja heute gesagt, LinkedIn ist nicht so dein Top-Kanal, wenn jemand vielleicht vom Publikum mal doch doch eine Frage und dann sagst du, hey, mit dem Ferdinand würde ich gerne mal sprechen. Wie kann er dich am besten erreichen?
SPEAKER_01Also zweierlei. Zum einen doch in meinem LinkedIn-Profil ist ein Buchungslink. Da kann man sich einen Termin mit mir buchen. Oder einfach per E-Mail an ferdinand.diebmetes.com.
SPEAKER_00Alles klar. Also jetzt wisst ihr es. Ferdinand, nochmal vielen Dank, dass du da warst und ich wünsche dir auch einen schönen Abend. Danke dir, Raki.